19-Jähriger kämpft für Wahlrecht ab 16 – "Politik braucht junge Stimmen"
Elias Lehmann19-Jähriger kämpft für Wahlrecht ab 16 – "Politik braucht junge Stimmen"
Jannis Auffenberg, ein 19-jähriger Student aus Bielefeld, hat seit 2024 bei drei wichtigen Wahlen seine Stimme abgegeben. Er hält das aktuelle Wahlalter von 18 Jahren für eine veraltete Hürde, die jüngere Stimmen von entscheidenden Weichenstellungen ausschließt. Sein Einsatz für eine Absenkung des Wahlalters fällt in eine Zeit, in der Deutschland ein wachsendes politisches Engagement unter Jugendlichen erlebt – allein bei der Europawahl 2024 gab es rund 800.000 Erstwähler:innen.
Auffenberg wählte erstmals bei der Europawahl 2024, gefolgt von der Bundestags- und der Kommunalwahl 2025. Trotz seiner Teilnahme gibt er zu, dass ihn das bloße Wählen nicht das Gefühl gibt, Politik wirklich mitgestalten zu können. Demokratie dürfe nicht auf gelegentliche Wahlen beschränkt bleiben, fordert er. Statt nur über die Anliegen junger Menschen zu sprechen, sollten Politiker:innen sie direkt einbinden.
Über seine Arbeit bei der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (AEJ) setzt sich Auffenberg für eine stärkere Beteiligung von Jugendlichen in der Bundespolitik ein. Er unterstützt eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre, insbesondere für die Landtagswahl 2027 in Nordrhein-Westfalen. Seine Position spiegelt einen größeren Trend wider: Bei der Europawahl 2024 zeigten Exit-Polls, dass die 18- bis 24-Jährigen in Deutschland vor allem Grüne, SPD und CDU wählten – ein klares Zeichen für das politische Interesse der jungen Generation.
Auffenberg betont zudem die Notwendigkeit besserer politischer Bildung. Zugang zu politischen Prozessen und verständliche Informationen seien entscheidend für eine echte Teilhabe, so der Student. Die aktuelle Altersgrenze sieht er als willkürlich an, da sie frische Perspektiven ausblende – gerade in einer Zeit, in der große Herausforderungen vielfältige Lösungsansätze erfordern.
Sein Aufruf zum Umdenken steht für eine Generation, die zunehmend Einfluss auf die Politik nehmen will. Eine Absenkung des Wahlalters könnte mehr junge Stimmen in Entscheidungen einbringen, die ihre Zukunft prägen. Mit fast einer Million neuer Wähler:innen allein 2024 zeigt die Forderung nach mehr Inklusion keine Anzeichen von Schwäche – im Gegenteil.






