Aktivist:innen im "Sündenwald" trotzen Räumung für RWE-Projekt
Im "Sündenwald" bei Manheim bahnt sich eine Konfrontation an: Aktivist:innen besetzen das Waldgebiet, um die geplante Abholzung zu stoppen. Die Stadt Kerpen hat nun ein Betretungsverbot für das Gebiet verhängt – mit Verweis auf wirtschaftliche Risiken für den Energiekonzern RWE. Die Protestierenden, die seit dem Sommer in Baumhäusern leben, bereiten unterdessen eine Pressekonferenz vor und rufen zur Unterstützung mit Sachspenden auf.
Im Mittelpunkt des Streits steht RWEs Bedarf an 250 Millionen Kubikmetern Erde aus dem Gebiet. Das Material wird dringend benötigt, um Halden für das Projekt "Wasser marsch" zu einebnen – ein künstlicher See, dessen Entstehung ab 2030 geplant ist. Ursprünglich sollte die Rodung des Waldes bis Ende 2024 abgeschlossen sein, doch Aktivist:innen blockierten bereits Teile der Abholzung.
Seit dem Sommer 2025 haben die Protestierenden Baumhäuser, Hütten und Zelte im Wald errichtet. Ihr Widerstand verzögerte RWEs Pläne so sehr, dass Kerpen ab dem 1. Oktober ein Betretungsverbot erließ, das seit Mitternacht des 6. Oktober strikt durchgesetzt wird. Der Erlass gilt bis zur vollständigen Räumung des Waldes und verbietet allen Außenstehenden den Zutritt.
Die Stadt begründet ihre Entscheidung mit der Sorge vor "schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen" für RWE bei weiteren Verzögerungen. Die Aktivist:innen hingegen bitten um Lebensmittel, Kleidung und mediale Unterstützung. Für Montag, 11:00 Uhr, ist eine Pressekonferenz angekündigt. Zwar gibt es keine offiziellen Aktivist:innengruppen oder Pressemitteilungen, doch der Aufruf zu Spenden deutet auf eine längerfristige Besetzung hin.
Die Abholzung des "Sündenwalds" steht nun unmittelbar bevor, die Behörden setzen das Betretungsverbot konsequent um. Die Protestierenden halten sich weiterhin vor Ort und sind auf öffentliche Spenden angewiesen, während sie gegen die Räumung kämpfen. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob RWEs Seeprojekt wie geplant vorankommt – oder mit weiteren Rückschlägen rechnen muss.






