Amanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby – und erntet scharfe Kritik
Lara LangAmanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby – und erntet scharfe Kritik
Amanda Knox hat sich öffentlich zu ihrer Unterstützung für die verurteilte Krankenschwester Lucy Letby geäußert – und sieht sich dabei mit Kritik von der Familie von Meredith Kercher konfrontiert. Bei einer Veranstaltung in London zu ihrem neuen Dokumentarfilm gab sie bekannt, Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihrer Autobiografie geschickt zu haben. Diese Geste hat die Debatte über ihre öffentliche Präsenz Jahre nach ihren eigenen juristischen Auseinandersetzungen neu entfacht.
Der Anwalt der Familie Kercher warf Knox vor, das Andenken an Kercher für persönliche Vorteile auszunutzen, und bezeichnete ihr Verhalten als "ziefst beunruhigend".
Knox präsentierte sich im Greenwich Picturehouse in London, um über Mouth Of The Wolf zu sprechen, einen Dokumentarfilm über ihre Rückkehr nach Perugia – jenem italienischen Ort, wo Meredith Kercher 2007 ermordet wurde. Sichtlich bewegt kämpfte sie mit den Tränen, als sie Fragen aus dem Publikum beantwortete.
Während der Fragerunde bestätigte sie, der wegen siebenfachen Babymords verurteilten Lucy Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihres 2021 erschienenen Buches Frei zugesandt zu haben. Knox erklärte, sie habe keinen direkten Kontakt zu Letby gehabt, wolle ihr aber Unterstützung zukommen lassen. Ein Teilnehmer verriet später, Knox habe Letby in ihrer Nachricht dazu aufgefordert, "an der Hoffnung festzuhalten".
Knox argumentierte zudem, dass man Urteile auch ohne eindeutige Unschuldsbeweise hinterfragen solle. Ein "handfester Beweis der Unschuld" sei nicht nötig, um Zweifel an einem Schuldspruch zu wecken.
Der Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, reagierte scharf. Er warf Knox vor, sich an Kerchers Andenken zu "bereichern", und betonte, die Familie empfindet: "Es ist genug." Ihre Verärgerung speist sich aus Knox' anhaltenden öffentlichen Auftritten und kommerziellen Projekten im Zusammenhang mit dem Fall.
Knox' Entscheidung, Letby zu kontaktieren, hat sowohl Aufmerksamkeit als auch Kritik hervorgerufen. Der Austausch fällt in eine Phase, in der sie ihren Dokumentarfilm bewirbt, der die Ereignisse um Kerchers Tod noch einmal aufrollt. Die Familie Kercher hingegen lehnt Knox' öffentliche Auseinandersetzung mit dem Fall weiterhin ab.
Während Letby nach ihrer Verurteilung weiterhin im Gefängnis sitzt, spricht Knox weiterhin über ihre eigenen Erfahrungen mit Fehlurteilen und Haft.






