Annette Kurschus tritt nach Missbrauchsvorwürfen von EKD-Spitze zurück
Elias LehmannAnnette Kurschus tritt nach Missbrauchsvorwürfen von EKD-Spitze zurück
Annette Kurschus ist von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als leitende Bischof der Evangelischen Kirche von Westfalen zurückgetreten. Der Rücktritt erfolgt nach Vorwürfen, sie habe in den späten 1990er-Jahren nicht ausreichend auf schwere Beschuldigungen gegen einen Kirchenmitarbeiter reagiert. Unterdessen bleiben die Unterstützungsangebote für Betroffene sexualisierter Gewalt in Solingen weiterhin bestehen.
Die Vorwürfe gegen Kurschus gehen auf ihre Zeit als Gemeindepfarrerin in Siegen zurück. Kritiker werfen ihr vor, von schweren Fehlverhaltensvorwürfen gewusst, aber nicht ausreichend gehandelt zu haben. In ihrer Rücktrittserklärung wies sie die Vorwürfe zurück und betonte, der Fokus müsse auf dem Leid der Opfer liegen.
Thomas Förster, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Solingen der Evangelischen Kirche und Synodalassessor, ist überzeugt, dass ihr Rücktritt dazu beitragen wird, die Aufmerksamkeit wieder auf die Unterstützung der Betroffenen zu lenken. Solingen verfügt seit 2018 über ein verbindliches Schutzkonzept, das sexualisierte Gewalt verhindern und aufarbeiten soll. Dazu gehören klare Meldewege sowie die gesetzliche Verpflichtung, die Polizei einzuschalten, sobald ein Straftatverdacht besteht.
Das Konzept sieht zudem verpflichtende Schulungen für alle Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen und Kirchenverantwortlichen vor. Über die Kirche hinaus bieten unabhängige Organisationen wie FABS zusätzliche Hilfsangebote für Betroffene. Vertrauenspersonen stehen weiterhin zur Verfügung, um Opfern in der Region vertraulich zur Seite zu stehen.
Kurschus’ Rücktritt erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Prüfungen, wie Institutionen mit historischen Missbrauchsfällen umgehen. Die Evangelische Kirche in Solingen setzt ihre Schutzmaßnahmen konsequent um und stellt sicher, dass Schulungen und Meldeverfahren weiterhin aktiv sind. Betroffene in der Region können weiterhin sowohl kirchliche als auch unabhängige Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen.






