14 April 2026, 00:10

Apotheker kämpft um Existenz nach 87.000-Euro-Rückforderung durch Krankenkasse

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente berechnet hat als andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Apotheker kämpft um Existenz nach 87.000-Euro-Rückforderung durch Krankenkasse

Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, sieht sich mit einer Rückforderung von fast 90.000 Euro konfrontiert. Der Streit dreht sich um den Vorwurf, er habe einem Patienten übermäßig Medikamente ausgegeben – obwohl er sich an gültige Rezepte gehalten hatte. Eine regionale Krankenkasse hat die vollständige Erstattung bereits einbehalten, was seine Apotheke in schwere Bedrängnis bringt.

Der Fall nahm seinen Lauf, als Fehske zwei teure Idhifa-Medikamente an einen Patienten abgab, beide von einem Arzt verschrieben. Die AOK Nordwest, die zuständige Krankenkasse, warf ihm später vor, gegen die Apothekenbetriebsordnung verstoßen zu haben. Daraufhin zog die Kasse die gesamte Erstattungssumme von über 87.000 Euro zurück.

Fehske hat die Entscheidung vor Gericht angefochten, doch das Verfahren könnte sich über Jahre hinziehen. Eine Verhandlung ist frühestens 2028 zu erwarten, was die Unsicherheit verlängert. Unterdessen setzt ihn der finanzielle Druck stark zu: Seine Motivation für den Beruf ist gesunken, und er kann seine Arbeit nicht mehr mit derselben Hingabe ausüben.

Das Thema wurde kürzlich in einer Anhörung des Landtags Nordrhein-Westfalen diskutiert. Sowohl die Krankenkasse als auch ihre Aufsichtsbehörde verteidigten die Rückforderung als gerechtfertigt. Für Fehske ist die Lage kritisch, denn neben den Rückforderungsrisiken belasten auch unbeglichene Rechnungen von privatversicherten, verstorbenen Kunden die Existenz seiner Apotheke.

Zusätzlich verschärft sich die Situation durch eine Bekannte Fehskes, die ihre Tätigkeit in einer Apotheke aufgibt, um in die Rückforderungsabteilung einer Krankenkasse zu wechseln – motiviert durch ein höheres Gehaltsangebot. Dieser Schritt unterstreicht die finanziellen Spannungen innerhalb der Branche.

Die Zukunft von Fehskes Apotheke bleibt ungewiss, während sich die juristischen Auseinandersetzungen und Rückforderungen hinziehen. Da vor 2028 keine Lösung in Sicht ist, zeigt der Fall die Herausforderungen, mit denen Apotheker bei Erstattungsstreitigkeiten konfrontiert sind. Das Ergebnis wird entscheiden, ob sein Betrieb die finanziellen und beruflichen Belastungen überstehen kann.

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