Bergisch Gladbachs Haushaltsstreit: Warum der Beschluss nach der Wahl auf sich warten lässt
Lara LangBergisch Gladbachs Haushaltsstreit: Warum der Beschluss nach der Wahl auf sich warten lässt
Bergisch Gladbach verzögert Haushaltsbeschluss nach Kommunalwahl
Aufgrund der jüngsten Kommunalwahlen verzögert sich in Bergisch Gladbach die Verabschiedung des Haushaltsplans. Stadtkämmerer Thore Eggert erläuterte bei einem Workshop der BürgerAkademie die anstehenden finanziellen Herausforderungen. Das 500 Seiten starke Dokument, das für Laien oft schwer verständlich ist, legt die Ausgabenpläne fest, die die Zukunft der Stadt prägen werden.
Normalerweise wird der Haushalt bis Jahresende beschlossen, doch diesmal ziehen sich die Verhandlungen der politischen Fraktionen hinter verschlossenen Türen hin. CDU, SPD und Grüne arbeiten an einem Kompromiss; die endgültige Abstimmung ist für den 24. März angesetzt. Eggert, Mitglied der FDP, betonte, dass er als Kämmerer die Verwaltung vertritt und keine politische Agenda verfolgt.
Der Großteil der städtischen Ausgaben ist bereits fest verplant, sodass kaum Spielraum für Kürzungen bleibt. Soziale Leistungen und steigende Personalkosten – bedingt durch Tariferhöhungen – belasten den Haushalt am stärksten. Um ein prognostiziertes jährliches Defizit von 50 Millionen Euro zu verringern, schlug Eggert eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern vor, was jährlich zusätzliche 4 Millionen Euro einbringen könnte.
Trotz der angespannten Finanzlage hat Bergisch Gladbach für 2026 Investitionen in Höhe von 126 Millionen Euro eingeplant. Die Mittel fließen in Schulen, Straßeninstandsetzungen, Kita-Plätze und die Neugestaltung des Industriegeländes Zanders. Ein Haushaltssicherungskonzept gilt es unbedingt zu vermeiden, da es strenge Finanzauflagen mit sich bringen und die kommunale Selbstständigkeit einschränken würde.
Nun muss der Stadtrat steigende Kosten mit dringenden Investitionen in Einklang bringen, ohne sich weiteren finanziellen Zwängen zu unterwerfen. Wird der Haushalt beschlossen, entscheidet er darüber, wie Bergisch Gladbach im kommenden Jahr Schlüsselprojekte und Dienstleistungen finanziert. Das Ergebnis der Abstimmung am 24. März wird die Weichen für die finanzielle Zukunft der Stadt stellen.






