Bergische IHK fordert mehr politische Unterstützung vor der Europawahl 2024
Leon FischerBergische IHK fordert mehr politische Unterstützung vor der Europawahl 2024
Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat kürzlich mit lokalen Abgeordneten Gespräche geführt, um drängende Probleme regionaler Unternehmen zu erörtern. Themen waren unter anderem wachsende Bürokratie, die Energiepolitik sowie marode Verkehrsnetze. Das Treffen diente zudem als Aufruf zu einer stärkeren politischen Einbindung im Vorfeld der Europawahl 2024.
Auf der Vollversammlung der IHK sprachen sich die Mitglieder mit großer Mehrheit für einen offenen Dialog mit allen gewählten Vertretern aus. Unternehmensführer kritisierten insbesondere die zunehmenden bürokratischen Hürden, die Firmen zwingen, Personal und Mittel umzulenken, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen. IHK-Präsident Henner Pasch übt scharfe Kritik an Behörden, deren langsame Reaktionen er auf überbordende Vorschriften zurückführt – was dringend benötigte Lösungen verzögere.
Im Mittelpunkt stand zudem die Energiepolitik, da sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte auf stabile und bezahlbare Stromversorgung angewiesen sind. Scharf kritisiert wurde auch der Zustand der Verkehrsinfrastruktur: Schlecht instand gehaltene Straßen und zögerliche Reparaturen gefährdeten die wirtschaftliche Aktivität in der Region.
Nicht alle eingeladenen Abgeordneten nahmen an der Diskussion teil. Zwar hatten Vertreter der CDU ihre Teilnahme zunächst zugesagt, sagten dann aber kurzfristig ab. SPD- und Grünen-Politiker lehnten eine Teilnahme von vornherein aus „politischen Gründen“ ab – eine Absage, die bei den Wirtschaftsvertretern auf Unverständnis stieß. Marcel Hafke (FDP) und Dr. Hartmut Beucker (AfD) unterstützten zwar die Sorgen der IHK, wiesen jedoch darauf hin, dass viele Themen wie Energie und Regulierung auf Bundes- und EU-Ebene angegangen werden müssten.
Als nächsten Schritt kündigte die IHK ihre erste Podiumsdiskussion zur Europawahl 2024 an – ein Zeichen für ihr verstärztes Engagement in politischen Debatten zu wirtschaftsrelevanten Themen.
Das Treffen offenbarten tiefe Frustration über Bürokratie, Infrastrukturdefizite und die Unsicherheit in der Energieversorgung. Während einige Parteien fernblieben und andere auf übergeordnete Lösungen verwiesen, bleibt der Appell der IHK nach Dialog vorerst unbeantwortet. Die geplante Podiumsdiskussion zur Europawahl könnte Unternehmen jedoch eine weitere Plattform bieten, um auf Veränderung zu drängen.






