30 April 2026, 22:05

Doppelte Ampeln in Rheda-Wiedenbrück: 100.000 Euro für 20 Meter Verwirrung

Eine Stadtstraße an einer Kreuzung mit einer Ampel, Fahrzeuge, Fußgänger, Strommasten, Laternen, Bäume, Gebäude und Schilder unter einem bewölkten Himmel.

Doppelte Ampeln in Rheda-Wiedenbrück: 100.000 Euro für 20 Meter Verwirrung

Doppelte Ampelanlage in Rheda-Wiedenbrück als "Geldverschwendung" gebrandmarkt

Der Bund der Steuerzahler hat eine ungewöhnliche Ampelanlage in Rheda-Wiedenbrück in sein aktuelles "Schwarzbuch" aufgenommen – eine jährliche Zusammenstellung von 100 Fällen staatlicher Verschwendung. Allein 14 der beanstandeten Projekte stammen aus Nordrhein-Westfalen.

Die doppelten Ampeln an der Pixeler Straße haben die Stadt und die Steuerzahler insgesamt fast 100.000 Euro gekostet. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro.

Der Streit um die Anlage begann 2016, als die Stadt Landesmittel für den Bau eines Radwegs entlang einer stillgelegten Bahnstrecke beantragte. Die Bewilligung war an eine Auflage geknüpft: An der Pixeler Straße musste eine sichere Querungsmöglichkeit geschaffen werden.

Sieben verschiedene Behörden wurden zur Risikobewertung hinzugezogen – doch ihre Einschätzungen widersprachen einander, sodass keine Einigung auf eine optimale Lösung gelang. Die Stadt schlug zunächst eine Schranke mit einer Querungshilfe in 20 Metern Entfernung vor, doch die Bezirksregierung lehnte dies ab.

Als Alternative schlug die Kommune vor, die Querungshilfe auf Höhe des Radwegs zu verlängern. Doch auch dieser Vorschlag stieß beim Landesbetrieb Straßenbau NRW auf Ablehnung. Am Ende wurden auf einer Strecke von nur 20 Metern vier Ampeln installiert – eine Konstellation, die sowohl Autofahrer als auch Radfahrer verwirrte.

Der Bund der Steuerzahler kritisierte das Projekt scharf: Keine der beteiligten Behörden habe die Verantwortung für die Entscheidung übernehmen wollen. Selbst die Stadt räumte gegenüber der Kontrollinstanz ein, dass die Ampelschaltung unklar und schlecht geplant sei.

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Trotz der ungewöhnlichen Bauweise und der laufenden Kosten bleiben die doppelten Ampeln bestehen. Der Fall zeigt, wie widersprüchliche Behördengutachten zu ineffizienter Mittelverwendung führen können. Durch die jährlichen Wartungskosten wird sich die Gesamtbelastung für die Steuerzahler weiter erhöhen.

Quelle