Dortmunds Ethikkommission blockiert – und die Jagd und Hund-Messe rückt näher
Lara LangDortmunds Ethikkommission blockiert – und die Jagd und Hund-Messe rückt näher
Dortmunds Stadtspitze steht unter wachsendem Druck, eine blockierte Ethikkommission vor der nächsten Jagd und Hund-Messe wiederzubeleben. Die Veranstaltung, die in den städtischen Westfalenhallen stattfindet, steht seit Langem in der Kritik, weil Aussteller dort Großwildjagdreisen nach Afrika bewerben. Mit der nahenden Messe fordern Politiker und Aktivisten Antworten von einer Kommission, die seit über eineinhalb Jahren untätig ist.
Die Ethikkommission war 2023 eingerichtet worden, um zu prüfen, ob die Großwildjagd ethisch vertretbar ist. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Behauptungen zu bewerten, dass solche Praktiken dem Artenschutz dienen oder aber Arten weiter an den Rand des Aussterbens treiben. Trotz dieses Auftrags hat sich die Gruppe seit mindestens 18 Monaten nicht mehr getroffen – und es gibt keine Aufzeichnungen über ihre Arbeit.
Bürgermeister Alexander Kalouti räumte kürzlich ein, dass unvollständige Akten bedeuten, dass es keine Dokumentation der Kommissionstätigkeit gibt. Die Stadt hatte vorgehabt, sich auf deren Erkenntnisse zu stützen, um über den Umgang mit Ausstellern zu entscheiden, die auf künftigen Messen Jagdreisen anbieten. Doch ohne Fortschritte verschärfen sich die politischen Spannungen.
Die Grünen, die SPD, die Linke und kleinere Fraktionen setzten vor der Sommerpause eine Sitzung durch und sicherten sich eine Mehrheit. Die CDU hätte sich zwar mit einem späteren Termin zufriedengegeben, während die rechtspopulistische AfD die Kommission komplett ablehnt. Vor der Messe protestieren Tierschützer jährlich gegen Reiseveranstalter, die afrikanische Jagdsafaris anbieten.
Seit Botswana 2022 mit dem Angebot von Elefantenjagden für Kontroversen sorgte, gab es weder von der Bundesregierung noch aus anderen deutschen Städten neue Stellungnahmen zu kommerziellen Großwildjagdreisen.
Das Schweigen der Kommission hinterlässt Dortmund ohne klare Leitlinien für die anstehende Jagd und Hund-Messe. Ohne ihre Empfehlungen muss die Stadt nun selbst entscheiden, wie sie mit Ausstellern umgehen will, die mit Großwildjagden in Verbindung stehen. Fehlende Protokolle und die lange Untätigkeit sorgen dafür, dass die Debatte über Ethik, Artenschutz und kommerzielle Jagd weiter ungelöst bleibt.
Dortmund's Controversial Hunt Fair Proceeds into 2027 Despite Ethics Stalemate
The 2026 Jagd und Hund fair ran as planned from 27 January to 1 February in Dortmund's Westfalenhallen, with no last-minute cancellations. The 2027 edition is already scheduled for 2–7 February in the same venue. These dates confirm the event's continuity despite ongoing ethical disputes and the ethics commission's inactivity. The 2027 fair will use multiple halls, including Hall 1B, a detail not previously disclosed.






