Düsseldorfs fiftyfifty-Magazin kämpft ums Überleben – Obdachlose verlieren wichtige Einnahmequelle
Ella BeckerDüsseldorfs fiftyfifty-Magazin kämpft ums Überleben – Obdachlose verlieren wichtige Einnahmequelle
Düsseldorfs fiftyfifty-Magazin in der Krise: Obdachlose Verkäufer kämpfen mit drastischem Verkaufseinbruch
Das Düsseldorfer Straßenmagazin fiftyfifty, das von obdachlosen Verkäufern angeboten wird, verzeichnet einen dramatischen Rückgang der Verkaufszahlen. Die monatliche Auflage ist von einst 40.000 Exemplaren auf weniger als 12.000 gesunken. Der Einbruch spiegelt nicht nur die allgemeinen Schwierigkeiten der Printmedien wider, sondern auch eine wachsende Feindseligkeit gegenüber den Verkäufern – insbesondere gegenüber denen mit Migrationshintergrund.
Seit langem ist das Magazin eine Überlebenshilfe für Obdachlose in der Stadt. Für die Verkäufer ist es nicht nur eine Einnahmequelle, sondern auch ein Stück Zugehörigkeit und Sinnstiftung. Über den Verkauf hinaus finanziert fiftyfifty Sozialprojekte, tierärztliche Versorgung für herrenlose Hunde und Wohninitiativen. Zudem dient es als Sprachrohr, das auf Ungerechtigkeiten aufmerksam macht und sich gegen die Diskriminierung Obdachloser einsetzt.
Der Printverkauf bleibt entscheidend für die Sichtbarkeit des Magazins und verbindet Verkäufer, Leserschaft und die breitere Gemeinschaft. Doch die Krise der Branche zwingt zum Umdenken. Wie andere deutsche Straßenmagazine – etwa der Nürnberger Straßenkreuzer oder das Hamburger Hinz&Kunft – setzt auch fiftyfifty zunehmend auf digitale Angebote. Die Online-Ausgabe fiftyfifty-ObdachLOS funktioniert nach dem Losprinzip: Verkäufer erhalten weiterhin die Hälfte des Verkaufspreises.
Trotz dieser Anpassungen ist die finanzielle Not spürbar. Das Magazin ist auf Verkäufe und Spenden angewiesen, um zu überleben. Ohne sie droht nicht nur das Ende einer wichtigen Stimme für Obdachlose, sondern auch der Verlust der Unterstützung, die es bietet.
Der Verkaufsrückgang bedroht weit mehr als nur eine Publikation. Er gefährdet eine essenzielle Einnahmequelle und Würde für obdachlose Verkäufer. Die Zukunft des Magazins hängt nun davon ab, ob es gelingt, die Print-Tradition mit digitalen Lösungen zu verbinden – und das in einem Klima zunehmender Ablehnung.






