EU verliert an Einfluss: Golfstaaten setzen auf neue Handelspartner
Handel zwischen EU und Golfstaaten geht seit zwei Jahrzehnten zurück
Vor 20 Jahren deckte die EU noch 26 Prozent der Importe in die Golfregion – doch bis 2024 ist dieser Anteil auf nur noch 18 Prozent gesunken. Angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten fordert das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung (IW) nun eine Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen.
Wie eine aktuelle IW-Studie zeigt, bauen Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Handelsbeziehungen gezielt aus und diversifizieren ihre Partner. Dadurch verliert Europa zunehmend an Einfluss auf den Märkten der Region.
Derzeit konzentrieren sich die deutschen Exporte in die Golfstaaten vor allem auf Autos, Pharmazeutika und Maschinen. Zudem könnte der Krieg und seine Folgen für die Energieinfrastruktur die Nachfrage nach deutschem Ingenieurswissen für Reparaturen und Modernisierungen steigern.
Im Gegenzug könnte die EU von günstigeren Importen von klimaneutralem Stahl und Wasserstoff profitieren – beide wären wohl preiswerter als die eigene Produktion. Um diese Vorteile zu sichern, empfiehlt das IW die Verhandlungen über ein formelles Handelsabkommen mit dem Golf-Kooperationsrat (GCC) voranzutreiben.
Ziel des Vorschlags ist es, den schwindenden EU-Marktanteil in der Golfregion umzukehren. Ein Abkommen würde deutsche Maschinenbauer neue Absatzmärkte erschließen und gleichzeitig die Kosten für grüne Industriegüter senken. Ob es dazu kommt, hängt jedoch davon ab, ob beide Seiten trotz der regionalen Instabilität handlungsfähig bleiben.






