Familie Bennings kämpft um Zukunft ihrer Biogasanlagen nach Förderstopp
Elias LehmannFamilie Bennings kämpft um Zukunft ihrer Biogasanlagen nach Förderstopp
Die Familie Bennings, ein familiengeführtes Energieunternehmen, treibt die Pläne voran, ihren Standort Maria Veen für die flexible Stromerzeugung auszubauen. Der Schritt erfolgt nach einem Rückschlag im Jahr 2023, als ihr Antrag auf einen Bundesförderzuschuss für den Netzanschluss abgelehnt wurde. Nun wollen sie sich an der nächsten Ausschreibungsrunde beteiligen, um Förderung für ihre Biogasanlagen zu sichern.
2023 hatten die Bennings beim Bundesnetzagentur einen Antrag auf Anschlussförderung gestellt, doch die Bewilligung blieb aus. Die Absage traf das Unternehmen in einer kritischen Phase: Eine ihrer fünf Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK-)Anlagen hatte gerade die 20-jährige EEG-Förderperiode beendet – ohne Alternative musste sie stillgelegt werden.
Die Schließung hatte sofortige Folgen. Wärmekunden, die bisher von der Anlage versorgt wurden, mussten auf fossile Brennstoffe zurückgreifen. Damit ging eine jährliche Einsparung von rund 700 Megawattstunden Erdgas verloren. Dieser Rückschritt verdeutlicht die übergeordneten Herausforderungen der deutschen Biogasbranche: Bis 2031 verlieren etwa 8.000 der bundesweit 10.000 landwirtschaftlichen Biogasanlagen ihre EEG-Förderung.
Trotz dieser Hindernisse bleibt Biogas eine zentrale Ressource. Eine Studie aus dem Jahr 2024 kam zu dem Schluss, dass Biogas bis 2040 etwa die Hälfte des Strombedarfs in Phasen mit geringer Wind- und Solarstromerzeugung decken könnte. Experten schätzen zudem, dass bis zu 50 Prozent des verbleibenden Strombedarfs Deutschlands allein durch Biogas gedeckt werden könnten.
Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Branche zu stärken. Ende 2024 wurde ein neues Biogas-Paket verabschiedet, das bessere Konditionen für Anlagen bietet, die Strom flexibel ins Netz einspeisen. Dennoch bleibt Unsicherheit, da die EU-Kommission die neuen Regelungen noch nicht abgesegnet hat. Allein in Nordrhein-Westfalen arbeiten bereits rund 1.100 Biogasanlagen flexibel und liefern wetterunabhängig Strom und Wärme.
Die Bennings setzen nun auf die nächste Ausschreibungsrunde, um die Zukunft ihres Standorts zu sichern. Ihr Fall steht exemplarisch für die Entwicklungen in der deutschen Energiewende, in der Biogas eine Schlüsselrolle bei der Schließung von Versorgungslücken spielen könnte. Ohne die EU-Zustimmung zum neuen Biogasgesetz bleiben für die Betreiber jedoch weiterhin rechtliche und finanzielle Risiken bestehen.






