Forscher erkunden geothermisches Potenzial unter Süd-Bochum und Witten bis 2.000 Meter Tiefe
Elias LehmannForscher erkunden geothermisches Potenzial unter Süd-Bochum und Witten bis 2.000 Meter Tiefe
Neues Forschungsprojekt erkundet tiefe geologische Strukturen unter Süd-Bochum und Witten
Die Initiative „VESTA CONTRAST“ soll auf einer fünf Kilometer langen Strecke den Untergrund bis in 2.000 Meter Tiefe kartieren. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderte Vorhaben zielt darauf ab, das geothermische Potenzial der Region zu erschließen.
Mithilfe geophysikalischer Methoden, darunter seismische Reflexion, entsteht eine detaillierte „Schallkarte“ der unterirdischen Schichten. So lassen sich Thermalreservoire identifizieren, die großflächige geothermische Wärmeversorgung ermöglichen könnten. Bisher decken oberflächennahen Systeme vor allem Einfamilienhäuser ab – für die Versorgung ganzer Städte sind jedoch tiefere Strukturen nötig.
Die Geländearbeiten sollen spätestens im Februar 2025 beginnen. Die 330.000 Euro Fördermittel des BMWK fließen in die Erkundungskampagne, die sich auf die geologischen Bedingungen im Süden Bochums konzentriert. Besonders vielversprechend ist der Untergrund des Ruhrgebiets: Hier steigt die Temperatur im Schnitt um 3 °C pro 100 Meter Tiefe.
Bei Erfolg könnten die Erkenntnisse dazu beitragen, bis zu einem Viertel des kommunalen Wärme- und Industriebedarfs durch Geothermie zu decken. Experten schätzen, dass langfristig drei Viertel der bestehenden Gebäude in Deutschland so beheizt werden könnten.
Das Projekt „VESTA CONTRAST“ liefert entscheidende Daten für den Ausbau der Geothermie im Ruhrgebiet. Durch die Kartierung tiefer Thermalreservoire ebnet es den Weg für nachhaltige Wärmelösungen in Städten – und könnte so einen wichtigen Beitrag leisten, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.






