Gefälschte DB-Plakate für kostenlosen Nahverkehr sorgen bundesweit für Aufsehen
Elias LehmannGefälschte DB-Plakate für kostenlosen Nahverkehr sorgen bundesweit für Aufsehen
Gefälschte Plakate, die kostenlosen Nahverkehr bewerben, sind an über 20 Bahnhöfen in ganz Deutschland aufgetaucht. Die von einer Aktivistengruppe organisierte Aktion imitierte offizielle Werbung der Deutschen Bahn, um für ein "Null-Euro-Ticket" zu werben. Die Behörden haben die unerlaubten Materialien inzwischen entfernt.
Das Aktivistenkollektiv Widerstands-Kollektiv bekannte sich dazu, die Plakate in fünf Bundesländern platziert zu haben: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen. Das Design ähnelte stark echten Anzeigen der Deutschen Bahn und warb für einen nicht existierenden, bundesweiten Gratis-Fahrschein für Busse und Bahnen.
Neben den Plakaten schaltete die Gruppe eine Website, bahn-kostenlos.info, um die Idee eines kostenfreien ÖPNV weiter zu verbreiten. Ihr erklärtes Ziel ist es, Firmenwagen-Privilegien in die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs umzulenken und so die Verkehrswende in Deutschland zu beschleunigen.
Die Deutsche Bahn bezeichnete die Kampagne umgehend als betrügerisch und kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen zu prüfen. Das Werbeunternehmen Ströer bestätigte die Entfernung aller unbefugten Plakate. Zwar bestreiten die Aktivisten, gegen Gesetze verstoßen zu haben, doch kann das sogenannte Adbusting – das Ersetzen von Werbung durch politische Botschaften – in bestimmten Fällen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Der Coup hat die Debatte über die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs in Deutschland neu entfacht. Die Deutsche Bahn distanzierte sich klar von der gefälschten Kampagne und strebt mögliche juristische Konsequenzen an. Unterdessen wurden die Plakate an allen betroffenen Bahnhöfen abgehängt.






