Innenministerkonferenz verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Stadiongewalt – Pyrotechnik bleibt ungelöst
Leon FischerInnenministerkonferenz verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Stadiongewalt – Pyrotechnik bleibt ungelöst
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Das Thema Pyrotechnik, das als eine der größten Sicherheitsherausforderungen gilt, soll auf der Herbstkonferenz erneut beraten werden.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisierte die Handhabung jüngster Vorfälle scharf. Er argumentierte, der Schiedsrichter hätte das DFB-Pokalfinale im Mai wegen des Einsatzes von Pyrotechnik abbrechen müssen. Reul, der sich seit neun Jahren mit fußballbezogener Gewalt befasst, sieht kaum Fortschritte in dieser Hinsicht.
Der Minister fordert nun strengere Kontrollen von den Vereinen. Er verlangt, dass Ultra-Fanräume durchsucht und Videüberwachung eingesetzt wird, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden. Die Vereine hingegen halten umfassende Kontrollen für undurchführbar.
Die IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ diskutiert zwar Strafen für Verstöße, hat bisher jedoch keinen verschärften Durchsetzungsplan für das Pyrotechnik-Verbot vorgelegt. Bisherige Geldstrafen zeigten keine Wirkung, und Tests mit Erkennungstechnologie blieben ebenfalls ergebnislos. Trotz der Vorfälle beim DFB-Pokalfinale hält die IMK an ihrer Haltung fest, keine neuen Maßnahmen zu ergreifen.
Einig ist sich die IMK darin, dass die Vereine ihre Kontrollen verbessern müssen. Dennoch könne weder eine einzelne Lösung noch eine Partei das Problem allein bewältigen. Vorerst wird die Debatte über Pyrotechnik und Stadionsecurity ohne unmittelbare Konsequenzen weitergeführt.






