17 March 2026, 02:03

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für den Widerstand in Belarus

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Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für den Widerstand in Belarus

Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat am Samstag in Aachen offiziell den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und Menschenrechte in Belarus. Kalesnikava nahm den Preis vier Jahre nach der ersten Verleihung entgegen – damals saß sie noch wegen politischer Vorwürfe im Gefängnis.

Die Feierlichkeit war ein seltener Moment des Triumphs für die Aktivistin, die heute in Deutschland lebt, nachdem sie aus der Haft entlassen wurde. Sie bezeichnete die Auszeichnung als ein starkes Zeichen europäischer Solidarität mit den belarussischen Oppositionellen, die weiterhin Repressionen ausgesetzt sind.

Erst im Gefängnis erfuhr Kalesnikava 2020 von der Verleihung. Damals ahnte sie nicht, dass europäische Führungspersönlichkeiten sie für den renommierten Preis ausgewählt hatten. Die Nachricht erreichte sie später – ein kleiner Hoffnungsschimmer in ihrer Haftzeit.

Seit ihrer Freilassung setzt sie sich für die Befreiung derjenigen ein, die noch immer in Belarus inhaftiert sind. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Wjasna sitzen über 1.400 politische Gefangene hinter Gittern. Zwar wurden einige, wie Wiktar Babaryka, Ende 2025 nach Vermittlung der USA freigelassen, doch andere, darunter Sjarhej Zichanouski, verbrachten Jahre in Haft, bevor sie entlassen wurden.

In einem Interview in Aachen sprach Kalesnikava über die bleibenden Traumata ihrer Gefängniszeit. Gleichzeitig drückte sie Dankbarkeit für ihre neu gewonnene Freiheit und die Möglichkeit aus, ihre Familie wiederzusehen. Die Stadt Aachen selbst hinterließ bei ihr einen Eindruck – besonders ihr Engagement, Geschichte für kommende Generationen zu bewahren.

Mit Blick auf die Zukunft rief sie die europäischen Regierungen auf, Belarus als künftigen demokratischen Partner zu betrachten. Sie glaubt an die Möglichkeit eines Wandels, betont jedoch, dass die internationale Gemeinschaft diejenigen weiter unterstützen müsse, die sich im Land gegen die Diktatur stellen.

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Trotz aller Herausforderungen ist Kalesnikava überzeugt, dass ein freies Belarus eines Tages Realität werden wird. Gemeinsam mit anderen Aktivistinnen und Aktivisten will sie weiter für demokratische Reformen kämpfen – selbst aus dem Exil.

Die Verleihung des Karlspreises unterstrich Kalesnikavas Widerstandskraft und den anhaltenden Kampf in Belarus. Ihr Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf die Hunderte, die noch immer inhaftiert sind, und auf die dokumentierten Folterfälle unter dem aktuellen Regime.

Fürs Erste setzt sie ihre Arbeit in Deutschland fort – zwischen persönlicher Erholung und ihrem Einsatz für die Demokratie in ihrer Heimat. Der Preis ist sowohl eine Anerkennung ihrer Bemühungen als auch eine Mahnung, wie lang der Weg noch ist.

Quelle