09 June 2026, 10:03

Mindestlohn steigt 2024 und 2025 – doch die Kritik bleibt laut

Mindestlohn steigt ab Januar 2024 um 3,4%

Mindestlohn steigt 2024 und 2025 – doch die Kritik bleibt laut

Die Mindestlohnkommission Deutschlands hat sich auf eine schrittweise Erhöhung des Mindestlohns in zwei Stufen geeinigt. Die erste Anhebung um 34 Cent pro Stunde tritt am 1. Juli 2024 in Kraft. Doch die Entscheidung stößt sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmervertretern auf Kritik.

Die Abstimmung in der Kommission endete nicht einstimmig. Trotz unterschiedlicher Positionen einigte sich das Gremium auf eine schrittweise Erhöhung. Eine weitere Anpassung um 41 Cent folgt dann am 1. Januar 2025.

Arbeitgeber argumentierten, die geplanten Erhöhungen seien zu stark. Sie warnten, höhere Löhne könnten in Branchen mit niedrigen Einkommen zu Stellenabbau führen. Gewerkschaften und Sozialverbände hatten hingegen einen Mindestlohn von mindestens 14 Euro pro Stunde gefordert.

Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied in der Kommission, nannte die Entscheidung „enttäuschend“. Die bescheidene Erhöhung werde fast sechs Millionen Mindestlohnbeziehern einen realen Lohnverlust bescheren, so Körzell. Heike Herrig, Vorsitzende des VdK-Sozialverbands in Solingen-Remscheid, errechnete, dass eine 40-Stunden-Woche nach der ersten Anpassung nur 71,34 Euro brutto mehr im Monat einbringe.

Die neuen Sätze heben den Mindestlohn ab Juli 2024 auf 12,41 Euro pro Stunde und ab Januar 2025 auf 12,82 Euro an. Die Änderungen folgen monatelangen Verhandlungen zwischen Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Sozialorganisationen. Wie sich die Anpassungen auf Geringverdiener und Unternehmen auswirken, wird sich zeigen, sobald die neuen Regelungen greifen.

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