Mönchengladbachs Wohnungsbau boomt trotz steigender Baukosten und Zinsen
Ella BeckerMönchengladbachs Wohnungsbau boomt trotz steigender Baukosten und Zinsen
Mönchengladbach verzeichnete 2025 einen deutlichen Anstieg der Wohnbautätigkeit und setzte sich damit deutlich vom allgemeinen Trend in der Region ab. Die Stadt bewilligte Subventionen in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 neue Wohnungen – fast so viel wie im Rekordjahr 2024. Gleichzeitig stiegen die Baugenehmigungen für Wohneinheiten um 73,6 Prozent, während die Fertigstellungen im Vergleich zu 2024 fast dreimal so hoch ausfielen.
Der Aufschwung begann 2023 mit einer Kapitalerhöhung von 43 Millionen Euro für das städtische Wohnungsbauunternehmen WohnBau. Damit sollte der Wohnungsbau trotz steigender Kosten und schwierigerer Finanzierungsbedingungen angekurbelt werden. Bundesweit stiegen die Kreditzinsen für Bauherren seit 2022 von nahe null auf drei bis vier Prozent – was Projekte deutlich teurer machte.
Trotz dieser Herausforderungen wurden in Mönchengladbach 2025 insgesamt 758 Wohnungen fertiggestellt, nach nur 260 im Vorjahr. Die Bauquote lag bei 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner – die dritthöchste unter den 22 kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens und 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt.
Auch die Ausgaben für den sozialen Wohnungsbau stiegen stark an. 2024 verausgabte die Stadt 274 Prozent ihres ursprünglichen Budgets – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu nur fünf Prozent im Jahr 2021. Gleichzeitig stieg der Preisindex für Wohngebäude Anfang 2025 um weitere 3,2 Prozent, was die Situation für Bauträger zusätzlich erschwerte.
Mönchengladbachs Fortschritte heben sich deutlich vom Rückgang in der gesamten Region ab. In Nordrhein-Westfalen wurden 2025 insgesamt 37.185 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber 2024 und der niedrigste Stand seit 14 Jahren. Die Bauquote des Landes sank auf nur noch 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner.
Der Wohnungsbauboom in Mönchengladbach hält trotz steigender Kosten und rückläufiger Aktivitäten in der Region an. Mit Rekordsubventionen, stark gestiegenen Baugenehmigungen und fast verdreifachten Fertigstellungen bleibt die Stadt eine Ausnahmeerscheinung in Nordrhein-Westfalen. Die kommunale Strategie zeigt hier Wirkung, wo andere kämpfen.






