24 April 2026, 20:08

Münster: Mieter zahlen nach Wärmepumpen-Einbau bis zu 806 Euro mehr Heizkosten

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Münster: Mieter zahlen nach Wärmepumpen-Einbau bis zu 806 Euro mehr Heizkosten

Mieter in Münsters Wohnkomplexen kämpfen mit drastisch gestiegenen Heizkosten nach geplanter Wärmepumpen-Installation

Nach den Plänen ihres Vermieters, Wärmepumpen einzubauen, sehen sich Mieter in einem Münsterschen Wohnkomplex mit stark erhöhten Heizkosten konfrontiert. Der Schritt der LEG, eines großen Wohnungsunternehmens, hat Kritik von Mietervereinen ausgelöst und Forderungen nach gesetzlichen Änderungen nach sich gezogen. Eine Mieterin, Ines Rodriguez, muss nun jährlich 2.486 Euro zahlen – 806 Euro mehr als zuvor – aufgrund eines neuen Contracting-Modells mit festen Monatsgebühren.

Die LEG führte das Wärmepumpensystem im Rahmen eines Contracting-Vertrags ein und berechnet den Mietern 1,80 Euro pro Quadratmeter. Dies liegt deutlich über der im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Obergrenze von 0,50 Euro, das die Umlagefähigkeit von Modernisierungskosten regelt. Allerdings gelten die GEG-Vorgaben nicht für Contracting-Verträge, sodass Mieter höheren Belastungen schutzlos ausgesetzt sind.

Das Modell sieht eine feste Monatsgebühr vor – im Fall von Rodriguez 140 Euro – statt variabler Kosten nach Verbrauch. Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen kritisierte das Vorgehen als problematisch, da Vermieter eigene Servicegesellschaften gründen könnten, ohne Ausschreibungen vorzunehmen. Dadurch bestünde die Gefahr, dass sie über Tochterfirmen Gewinne erzielen, während die Mieter die Kosten tragen.

Der Bundesverband Wärmepumpe verteidigte Contracting zwar als legitimes Modell, betonte jedoch die Notwendigkeit fairer und transparenter Preise. Nach einem Bericht des NDR, der die Problematik aufdeckte, stoppte die LEG vorerst ihre Modernisierungspläne in Münster. Unterdessen drängt der Deutsche Mieterbund auf dringende Gesetzesreformen, um die explodierenden Heizkosten für Mieter zu begrenzen.

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Rodriguez und andere Betroffene müssen nun mit jährlichen Heizkosten rechnen, die Hundert Euro höher ausfallen als zuvor. Der Streitfall offenbart Lücken in der aktuellen Regulierung, da Contracting-Verträge nicht unter den Kostenschutz des GEG fallen. Rechtliche Anpassungen könnten notwendig sein, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern.

Quelle