16 April 2026, 06:05

Neuer NRW-Leitfaden für Solarparks sorgt für Streit zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen auf einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

Neuer NRW-Leitfaden für Solarparks sorgt für Streit zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit

Nordrhein-Westfalens Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solaranlagen veröffentlicht. Das Dokument führt ein Punktesystem ein, um verschiedene Bereiche innerhalb von Photovoltaik-Anlagen zu klassifizieren – mit dem Ziel, landesweit eine einheitliche Vorgehensweise zu etablieren. Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat jedoch Bedenken hinsichtlich der wissenschaftlichen Fundierung und möglicher finanzieller Folgen für Projektentwickler geäußert.

Der Leitfaden bewertet den ökologischen Wert unterschiedlicher Teilflächen von Solarparks auf einer Skala von null bis fünf. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Teilversiegelte Zonen, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet, während Flächen direkt unter den Modulen in der Regel ebenfalls nur einen Punkt erhalten.

Für eine naturnahe Gestaltung empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern sowie Modultische mit einer Mindesthöhe von 0,8 Metern an der Unterseite. Zudem rät sie zu reflexionsarmen, lichtdurchlässigen Paneelen. Die Bewertung der Flächen zwischen den Modulreihen variiert je nach angestrebtem Biotoptyp und kann zu Abzügen in der Gesamtbilanz führen.

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW kritisiert den Leitfaden scharf: Die wissenschaftliche Basis sei fragwürdig, einige Annahmen übermäßig streng. Strengere Ausgleichsregeln könnten viele Projekte wirtschaftlich unrentabel machen, warnt der Verband. Gleichzeitig betont er, dass Freiflächen-Solaranlagen unverzichtbar seien, um die Klimaziele des Landes zu erreichen.

Aktuell verfügt Nordrhein-Westfalen über eine installierte Solarleistung von 13,21 Gigawatt. Die Pläne sehen einen Ausbau auf 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 und 50 Gigawatt bis 2040 vor.

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Der neue Leitfaden setzt klare Kriterien für die ökologische Bewertung von Solarparks – doch die Resonanz fällt gemischt aus. Höhere Ausgleichskosten könnten die Projektentwickler belasten und den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Naturschutz und dem Ausbau der Solarenergie auf.

Quelle