NRW-Landwirte droht dramatischer Einkommenssturz um 29 Prozent bis 2026
Lara LangNRW-Landwirte droht dramatischer Einkommenssturz um 29 Prozent bis 2026
Landwirte in Nordrhein-Westfalen (NRW) stehen vor einem erneuten drastischen Einkommensrückgang im Geschäftsjahr 2025/26. Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Erträge um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr einbrechen werden. Der Rückgang verschärft die seit Jahren anhaltende finanzielle Belastung der deutschen Landwirtschaft – viele Betriebe kämpfen bereits jetzt darum, ihre Grundkosten zu decken.
Die Landwirtschaftskammer NRW stützt ihre jüngste Vorhersage auf die Finanzdaten von hauptberuflich geführten konventionellen Betrieben in der Region. Für 2025/26 wird ein durchschnittlicher Gewinn von 73.311 Euro pro Hof erwartet – ein Minus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Familiengeführte Betriebe, deren Gewinne bei etwa 70.000 Euro liegen, werden damit kaum ihre privaten Ausgaben bestreiten können, von Investitionen ganz zu schweigen.
Die Landwirte müssen ihre schmalen Gewinne aufteilen, um Lebenshaltungskosten, Steuern, Pflichtabgaben und Kreditraten zu begleichen. Für Modernisierungen oder Erweiterungen bleibt nichts übrig – der finanzielle Druck wächst weiter. Bereits im aktuellen Geschäftsjahr war ein Einkommensrückgang von 30 Prozent zu verzeichnen.
Der Trend spiegelt die allgemeine Krise der deutschen Landwirtschaft wider. Zwischen 2020 und 2024 lagen die jährlichen Einkommensverluste bei 15 bis 25 Prozent, getrieben durch steigende Produktionskosten und gekürzte Subventionen. In Nachbarländern sieht die Lage unterschiedlich aus: Französische Landwirte verzeichneten mit 5 bis 10 Prozent geringere Einbußen, dank stärkerer EU-Unterstützung. Niederländische und polnische Betriebe hingegen litten unter noch drastischeren Verlusten von 20 bis 30 Prozent – bedingt durch Energiekrisen und strengere Vorschriften.
Die Zukunft bleibt ungewiss. Risiken wie Tierseuchen oder geopolitische Konflikte könnten die Lage weiter verschärfen. Die Landwirtschaftskammer warnt: Ohne Kurswechsel wird die finanzielle Not der Höfe anhalten.
Die Prognose zeichnet ein düsteres Bild für die NRW-Landwirte im kommenden Jahr – die Erträge reichen kaum, um die existenziellen Kosten zu decken. Ohne Entlastung wird es für viele schwierig, den Betrieb aufrechtzuerhalten, geschweige denn langfristig zu wachsen. Der anhaltende Einkommensverfall wirft zunehmend Fragen nach der Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft in der Region auf.






