NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittler mit OSINT-Offensive
Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt ihre digitalen Ermittlungskompetenzen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine groß angelegte Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Ermittlungen auszubauen. Im Mittelpunkt der Initiative steht Open Source Intelligence (OSINT), bei der Beamte darin geschult werden, öffentlich zugängliche Daten – etwa aus sozialen Medien – systematisch zu sammeln und auszuwerten. Das Vorhaben umfasst neue Ausbildungsprogramme, erweiterte Teams und spezialisierte Einheiten in der gesamten Region.
Den Auftakt bildete im September 2022 das Programm „Digitale Streife“. Dabei wurde der Personalbestand des Landeskriminalamts (LKA) um zehn Beamte aufgestockt, zusätzlich wurden fast 100 weitere Kräfte in sechs Staatsschutzbehörden eingebunden. Diese Einheiten bieten nun OSINT-Expertise an und unterstützen Ermittlungen mit schnellen Reaktionszeiten.
Kernstück der Ausbildung ist ein standardisiertes Online-Programm, das von Marc Restemeyer und anderen Fachleuten entwickelt wurde. Der 37-jährige Dozent am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss sorgt dafür, dass die Beamten sowohl rechtliche als auch technische Kompetenzen im Umgang mit OSINT erwerben. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Vorbereitung von LKA-Nachwuchskräften und regionalen Ermittlern auf digitale Ermittlungsverfahren.
Das OSINT-Team des LKA hat sich in den letzten Jahren deutlich vergrößert. Was einst eine kleine Zweiergruppe war, ist heute als Unterabteilung 22.2 unter der Leitung des 42-jährigen Fabian Coenen etabliert. Sein 16-köpfiges Team – bestehend aus IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftlern – konzentriert sich auf politisch motivierte Kriminalität. Parallel leitet Swen Schubert in Köln die größte „Digitale Streife“-Einheit mit 18 Stellen, besetzt von Beamten im Alter zwischen 25 und 52 Jahren.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen Wandel in der Herangehensweise der nordrhein-westfälischen Polizei an digitale Ermittlungen. Durch strukturierte Schulungen, größere Teams und spezialisierte Einheiten will die Behörde ihre Fähigkeit verbessern, Online-Bedrohungen zu verfolgen und zu analysieren. Die Initiative steht für die allgemeinen Bestrebungen, die Strafverfolgung in einer zunehmend digitalisierten Welt zu modernisieren.






