06 May 2026, 05:10

NRW-Projekt enthüllt dunkle Polizeigeschichte aus Weimarer Republik und NS-Zeit

Detailierte alte Karte von Weimar, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit Text oben und unten.

NRW-Projekt enthüllt dunkle Polizeigeschichte aus Weimarer Republik und NS-Zeit

Ein neues Forschungsprojekt in Nordrhein-Westfalen wirft ein Licht auf die Rolle der Polizei während der Weimarer Republik und der NS-Zeit. Die Initiative mit dem Titel „Orte der Polizeigeschichte“ dokumentiert rund 50 zentrale Schauplätze – darunter das Polizeipräsidium Recklinghausen –, an denen Beamte in Verbrechen verwickelt waren. Verantwortliche betonen, dass die Aufarbeitung dieser Vergangenheit entscheidend ist, um künftige Missstände zu verhindern.

Die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) startete am Montag, dem 9. Dezember 2024, die interaktive Website des Projekts. Die Plattform ermöglicht es Nutzenden, Orte zu erkunden, die mit Polizeimaßnahmen zwischen 1918 und 1945 verbunden sind – mit besonderem Fokus darauf, wie sich das Bild der Polizei vom „Freund und Helfer“ in der Weimarer Zeit zum Unterdrückungsinstrument unter den Nationalsozialisten wandelte.

Einer der bedeutendsten Orte ist das Polizeipräsidium Recklinghausen an der Westerholter Straße. Während der NS-Diktatur waren dortige Beamte an Folter, Misshandlungen und Hinrichtungen durch das Polizeibataillon 316 beteiligt, das eng mit der Gestapo zusammenarbeitete. Heute distanziert sich die Behörde offen von dieser Geschichte: Ihre Dauerausstellung „Wir erinnern“ wurde neu gestaltet, um diese Verbrechen zu dokumentieren und demokratische Werte bei angehenden Polizistinnen und Polizisten zu verankern.

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Die Recklinghäuser Polizepräsidentin Friederike Zurhausen unterstrich, wie wichtig es sei, dieses Erbe zu verstehen. Das Projekt solle sicherstellen, dass vergangene Versäumnisse weder in Vergessenheit geraten noch sich wiederholen. Eine vollständige Karte der Schauplätze ist unter hspv.nrw.de/orte-der-polizeigeschichte abrufbar; weitere Informationen bietet die Polizei auf ihrer Website unter polizei.nrw/presse/aus-der-geschichte-lernen.

Das Projekt „Orte der Polizeigeschichte“ macht nun öffentlich zugänglich, wie stark die Polizei in NS-Verbrechen verstrickt war. Durch die Auseinandersetzung mit Orten wie dem Recklinghäuser Präsidium will die Initiative Verantwortungsbewusstsein und demokratische Prinzipien in der modernen Polizeiarbeit stärken. Die interaktiven Ressourcen stehen weiterhin für Forschung und Bildung zur Verfügung.

Quelle