22 March 2026, 18:04

NRW verschärft Regeln: Schulen erhalten mehr Macht gegen Gewalt und Störungen

Ein Klassenzimmer mit Schülern, die Gesichtsmasken tragen und auf Bänken und dem Boden sitzen, mit Büchern und Gegenständen auf den Tischen, Fenstern, einer Tür und Deckenventilatoren im Hintergrund.

NRW verschärft Regeln: Schulen erhalten mehr Macht gegen Gewalt und Störungen

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen drängt auf schärfere Maßnahmen gegen Gewalt und Störungen an Schulen. Ein neuer Gesetzentwurf des Bildungsministeriums soll Lehrkräften und Schulleitungen mehr Handlungsbefugnisse geben, um in schweren Fällen schneller eingreifen zu können. Die geplanten Änderungen folgen wachsender Besorgnis über die Sicherheit – viele Schulen melden zunehmend körperliche Übergriffe und Grenzverletzungen.

Mit dem neuen Gesetz erhalten Schulen erweiterte Möglichkeiten, bei schweren Störungen oder Gefährdungen durch Schülerinnen und Schüler einzugreifen. Lehrkräfte und Schulleitungen könnten betroffene Kinder vorübergehend in andere Klassen versetzen oder für bis zu zwei Tage vom Unterricht ausschließen. In besonders schweren Fällen drohen Ausschlüsse von einzelnen Fächern, Kursen oder schulischen Veranstaltungen für bis zu vier Wochen.

Das Ministerium betont, dass körperliche Angriffe ein zentrales Problem bleiben: 43 Prozent der Schulen im Land verzeichnen solche Vorfälle – deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt von 35 Prozent. Eine aktuelle Umfrage zeigt zudem, dass 73 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen fünf Jahren mit Gewalt gegen Lehrkräfte konfrontiert waren.

Um eine einheitliche Vorgehensweise zu gewährleisten, fordert das Ministerium die Schulen auf, individuelle Interventionspläne zu entwickeln. Diese müssen klar kommuniziert und konsequent angewendet werden, auch wenn die Landesregierung einräumt, dass es keine Patentlösung für jede Krise gibt. Bereits jetzt schreiben die Richtlinien vor, dass alle Schulen Schutzkonzepte erstellen müssen – inklusive Sofortmaßnahmen bei Grenzverletzungen.

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Ziel der Reformen ist es, Pädagoginnen und Pädagogen mehr Sicherheit und Handlungsspielraum im Schulalltag zu geben. Durch die Stärkung der disziplinarischen Möglichkeiten hofft die Landesregierung, Störungen zu verringern und die Sicherheit für Personal wie Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Der Gesetzentwurf durchläuft nun das parlamentarische Verfahren. Bei Annahme erhalten die Schulen in Nordrhein-Westfalen erweiterte rechtliche Instrumente, um Gewalt und Bedrohungen wirksamer zu bekämpfen. Die Änderungen sollen ein sicheres Umfeld schaffen, wobei die Maßnahmen stets verhältnismäßig und fair bleiben müssen.

Quelle