04 March 2026, 09:08

"Opferpopp 2.0": Immersives Theater in Halle gedenkt Alexander Kluth mit Clubkultur und Erinnerung

Im Inneren eines Kinos bewegen sich Menschen umher, es gibt Treppen mit Geländern, die zum Eingang führen, ein Textschild auf der linken Seite, Fotorahmen an den Wänden und eine beleuchtete Decke.

"Opferpopp 2.0": Immersives Theater in Halle gedenkt Alexander Kluth mit Clubkultur und Erinnerung

"Opferpopp 2.0 – Ein Requiem": Immersionstheater zwischen Erinnerung und Clubkultur

Am 5. März 2026 eröffnet im Thalia Theater Halle eine neue immersive Theaterinstallation mit dem Titel "Opferpopp 2.0 – Ein Requiem". Die Produktion verwandelt das nt-Schaufenster in das "Klubhaus Kluth", einen begehbaren Raum, der Ausstellung, Club und Performance verbindet. Gewidmet ist das Projekt dem verstorbenen Ensemblemitglied Alexander Kluth und greift das 2007 uraufgeführte Stück "Opferpopp" auf, in dem junge Laiendarsteller:innen ihre Erfahrungen mit Gewalt und Vernachlässigung auf die Bühne brachten.

Die Installation ist an zwölf Abenden bis zum 22. März 2026 zu erleben. Jeder Abend steht unter einem anderen Motto und hinterfragt Klischees über sogenannte "Problemkinder" sowie die langfristigen Folgen von Ausgrenzung. Das Publikum kann sich frei bewegen – Musik hören, tanzen, Live-Aufführungen verfolgen oder in einem digitalen Archiv die Lebensgeschichten ehemaliger Teilnehmer:innen erkunden.

Regie führt Mirko Borscht, unterstützt vom Videokünstler Hannes Hesse. Gemeinsam fragen sie: Was wurde aus den jungen Darsteller:innen von damals? Beschrieben als ein "Denkmal für die Ausgelöschten", thematisiert das Projekt verschwundene Biografien, Brüche und die Leerstellen, die systemische Vernachlässigung hinterlässt. Der Raum richtet sich explizit an junge Menschen ab 14 Jahren und bietet einen seltenen öffentlichen Begegnungsort in einer Zeit schrumpfender Jugendfreiräume.

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Der Titel "Klubhaus Kluth" ehrt Alexander Kluth, eines der Ensemblemitglieder von 2007, der im vergangenen Jahr starb. Sein Name prägt den temporären Veranstaltungsort und verknüpft die neue Produktion mit ihren Ursprüngen, erweitert jedoch gleichzeitig ihren Horizont. Die Installation ist Teil der Theaterreihe "ERINNERN IST HEIMAT", die sich in experimentellen Formaten weiter mit Gedächtnis, Abwesenheit und kollektiver Geschichte auseinandersetzt.

Das Projekt verbindet Performance, Archiv und sozialen Raum, um vergessene Geschichten sichtbar zu machen. "Opferpopp 2.0" ist vom 5. bis 22. März 2026 nightly im nt-Schaufenster des Thalia Theaters Halle zu erleben. Die Macher:innen wollen damit nicht nur eine Hommage an vergangene Stimmen schaffen, sondern auch eine aktive Plattform für die Jugend von heute.