12 March 2026, 04:06

Paderborner Erzbistum: Studie deckt jahrzehntelanges Vertuschen von Missbrauch auf

Ein Buch mit Bildern der Inneneinrichtung, Kunstgegenstände und Texten zur Geschichte und Bedeutung der katholischen Kirche.

Studie beleuchtet sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Paderborner Erzbistum: Studie deckt jahrzehntelanges Vertuschen von Missbrauch auf

Eine neue unabhängige Studie hat schwerwiegende Versäumnisse von Kardinälen im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Die Untersuchung ergab, dass Kirchenführer Täter schützten, während sie Opfer sexuellen Missbrauchs ignorierten. Die Ergebnisse umfassen den Zeitraum von 1941 bis 2022 und konzentrieren sich auf die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt.

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Die Studie hätte ursprünglich früher vorliegen sollen, verzögerte sich jedoch. Die Forscher stießen auf weitaus mehr Quellenmaterial als erwartet, und die COVID-19-Pandemie verschob die Veröffentlichung zusätzlich auf das Jahr 2026. In einer zweiten Phase soll nun die Rolle von Hans-Josef Becker untersucht werden, der das Erzbistum von 2002 bis 2022 leitete.

Paderborn nimmt als eines der sieben deutschen Erzbistümer eine bedeutende Position ein. Es betreut 1,3 Millionen Katholiken in einer ausgedehnten Region, die sich von Minden im Norden bis Siegen im Süden und von Herne im Westen bis Höxter im Osten erstreckt. Zum Gebiet gehören zudem Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen sowie die Stadt Bad Pyrmont in Niedersachsen.

Die katholische Kirche in Deutschland hat in den vergangenen Jahren auf ähnliche Erkenntnisse reagiert. Nach Studien wie dem IPP-Bericht von 2026 über die Deutsche Franziskanerprovinz hielten Verantwortliche öffentliche Pressekonferenzen ab, darunter eine in München am 31. Januar 2024. Sie führten Präventionsprogramme ein, verpflichtende Fachschulungen und Dokumente, die Opferhilfe und einen Wandel der Haltung betonen. Auch das Bistum Aachen berief sich auf eine wissenschaftliche Studie von 2026, um seine Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt in Nordrhein-Westfalen zu untermauern.

Der Bericht reiht sich in die wachsende Zahl von Belegen für systemische Versäumnisse in der deutschen katholischen Kirche ein. Die Ergebnisse dürften weitere Reformen prägen, wie die Institution mit Missbrauchsfällen umgeht. Das Erzbistum Paderborn, eine der wichtigsten regionalen Autoritäten, steht nun unter Druck, strengere Schutzmaßnahmen und Kontrollmechanismen umzusetzen.

Quelle