02 May 2026, 08:03

Polizisten lernen aus NS-Verbrechen: Villa ten Hompel als Mahnmal der Verantwortung

Weltkartenplakat mit Markierungen von See-Kriminalermittlungsdiensten in farbcodierten Regionen und erklärendem Text.

Polizisten lernen aus NS-Verbrechen: Villa ten Hompel als Mahnmal der Verantwortung

Neu versetzte Polizeibeamte und Verwaltungsmitarbeiter haben kürzlich die Villa ten Hompel in Münster besucht. Die Exkursion unter der Leitung von Polizeipäsidentin Friederike Zurhausen widmete sich der dunklen Geschichte der Polizeibeteiligung an NS-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs. Sie ist Teil eines regelmäßigen Programms, das bei Nachwuchskräften das Bewusstsein für verfassungsmäßige Werte stärken soll.

Die Gruppe besuchte die Ausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“, die die Rolle der Ordnungspolizei im Krieg beleuchtet. Gezeigt wurden Dokumente über ihre Beteiligung an Völkermorden an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma. Die Ausstellung thematisiert zudem die Auseinandersetzung mit diesem Erbe.

Besondere Bedeutung kommt dem Besuch für das Polizepräsidium Recklinghausen zu: Ein der Behörde zugeordnetes Bataillon war direkt in Kriegsverbrechen verstrickt. Durch die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit sollen neue Beamte ihr berufliches Verantwortungsbewusstsein schärfen.

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Zurhausen betonte, wie wichtig es sei, regelmäßig den „inneren Kompass“ zu überprüfen. Sie rief die Anwärterinnen und Anwärter dazu auf, wachsam für die Einhaltung der Grundsätze des Grundgesetzes zu bleiben. Die Dialogveranstaltung ergänzt die reguläre Ausbildung und läuft bis Ende 2024 weiter.

Der Besuch in der Villa ten Hompel soll sicherstellen, dass neue Beamte die Folgen historischen Polizeifehlverhaltens verstehen. Gleichzeitig wird ihr Bekenntnis zu einer ethisch fundierten Polizeiarbeit im Einklang mit demokratischen Werten gestärkt. Das Programm bleibt vorerst fester Bestandteil der Ausbildungsinhalte für den Polizeinachwuchs.

Quelle