27 March 2026, 18:04

"Richi"-Meme löst juristischen Streit um Persönlichkeitsrechte aus

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"Richi"-Meme löst juristischen Streit um Persönlichkeitsrechte aus

Ein Jahrzehntealtes TV-Video hat in der Schweiz eine juristische Auseinandersetzung ausgelöst, nachdem sich die betroffene Familie gegen dessen unbefugte Nutzung ausgesprochen hat. Der "Richi"-Meme, ein Ausschnitt aus einer SRF-Sendung von 2010, zeigt einen Jungen, der von einem Bagger fällt, und die entsetzte Reaktion seines Vaters. Nun wehrt sich die Familie Schömbächler gegen die kommerzielle Vermarktung des Clips.

Der Meme entstand in einer Folge von "Auf und davon", einer SRF-Dokusoap, die die Schömbächlers bei ihrer Auswanderung nach Kanada begleitete. In einer Szene stürzt der junge Richi vom Bagger, woraufhin sein Vater Hermann ruft: "Richi, i ha gseit, du söusch di guet häbe!" Jahre später ging der Ausschnitt viral und wurde in der Schweiz zum kulturellen Phänomen.

2022 verarbeitete die Schweizer Band Stubete Gäng den Moment in einem gleichnamigen Lied. Der Song, in dem Hermanns Stimme zu hören ist, erreichte bis 2024 über acht Millionen Streams auf Spotify. Er wurde sogar zur offiziellen Torhymne der Schweizer Eishockeynationalmannschaft – was seine Popularität weiter steigerte. Es folgten Merchandise-Artikel wie Socken, Aufnäher und sogar ein Kinderbuch, verkauft von Firmen wie Swissmeme über Händler wie Brack.ch und Galaxus.

Die Familie hatte der Nutzung jedoch nie zugestimmt. Zwar hält der SRF Teile der Rechte am Filmmaterial, doch die Schömbächlers besitzen Persönlichkeitsrechte an ihrem Bild und ihrer Stimme. Sie hatten wiederholt versucht, die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen und Medienaufmerksamkeit zu meiden. Doch die Verbreitung des Memes – selbst international durch die schwedische U20-Eishockeymannschaft – hielt sie im Rampenlicht.

Nach öffentlicher Kritik der Familie reagierten sowohl der Schweizer Eishockeyverband als auch Stubete Gäng: Der Verband strich den Song als Torhymne, die Band kündigte eine überarbeitete Version an – diesmal ohne Hermanns Stimme. Swissmeme hingegen verkauft weiterhin "Richi"-Produkte und verweist auf laufende Lizenzverhandlungen mit dem SRF.

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Die Einwände der Familie Schömbächler haben bereits zu Änderungen in der Nutzung des Memes geführt: Einige Organisationen entfernten oder passten Inhalte an. Dennoch bleiben kommerzielle Produkte zum Clip erhältlich, während die juristischen Diskussionen andauern. Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen viraler Popkultur und Persönlichkeitsrechten an Medienaufnahmen.

Quelle