04 March 2026, 14:33

Ruhrfestspiele starten mit dramatischem Grenzstück über ein Kind aus dem Iran

Ein detaillierter Kartenausschnitt des Persischen Reichs mit verschiedenen Provinzen und Städten, primarily in shades of blue, green, and yellow, with text at the bottom in a bold font surrounded by a thin black border.

Ruhr Festival beginnt mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele starten mit dramatischem Grenzstück über ein Kind aus dem Iran

Die diesjährigen Ruhrfestspiele eröffnen mit einem packenden Drama aus dem Iran, das auf Persisch mit Untertiteln aufgeführt wird. Das Festival findet vom 1. Mai bis zum 13. Juni in einem provisorischen Zelt statt, während sein Hauptspielort saniert wird. Die Veranstalter stehen vor großen Herausforderungen, die Schauspielerinnen und Schauspieler angesichts der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten nach Deutschland zu bringen.

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Unter dem Motto "Schock und Staunen" startet das Festival am 3. Mai mit "Das Kind", einem Stück der iranischen Autorin Naghmeh Samini. Es erzählt die Geschichte von drei Frauen und einem kinde, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Die Inszenierung wird von der Schauspielerin Fatemeh Motamed-Arya geleitet, deren Teilnahme jedoch aufgrund von Reisebeschränkungen unsicher ist.

Die Aufführung zu realisieren, ist zu einer logistischen Herausforderung geworden. Seit 2022 hat die iranische Regierung die Kontrolle über Künstler verschärft – besonders nach den Protesten im Zusammenhang mit Mahsa Amini und den anschließenden Repressionen. Die jüngsten militärischen Eskalationen, darunter Luftangriffe der USA und Israels seit Ende Februar 2026, haben Lufträume gesperrt und Flugverbindungen unterbrochen. Sollte die Truppe nicht anreisen können, wird die Vorstellung abgesagt – eine Entscheidung, die die Veranstalter selbst als Statement betrachten.

Das Programm umfasst zudem Uraufführungen, Deutschlandpremieren und Auftritte von Stars wie Katja Riemann, Katharina Thalbach und Joachim Król. Die Schriftstellerin Ursula Krechel wird die Eröffnungsrede im Festzelt halten, das fast 500 Zuschauer fasst. Der provisorische Spielort ersetzt das üblicherweise genutzte, derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossene Theater.

Die Eröffnungsproduktion rückt die Kämpfe iranischer Künstlerinnen und Künstler unter Repression und Krieg in den Fokus. Gelingt die Aufführung, wäre es ein seltener internationaler Auftritt für das Ensemble. Bis zum 13. Juni bietet das Festival in seinem temporären Zuhause eine Mischung aus neuen Werken und etablierten Namen.