Schwimmbadkrise in NRW: Warum jedes fünfte Grundschulkind nicht schwimmen kann
Leon FischerSchwimmbadkrise in NRW: Warum jedes fünfte Grundschulkind nicht schwimmen kann
Die JUNGEN FREIEN WÄHLER NRW (JFW NRW) kritisieren sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung wegen der Vernachlässigung der lokalen Infrastruktur. Die Gruppe verweist insbesondere auf die mangelnde Finanzierung von Schwimmbädern in Nordrhein-Westfalen (NRW), wo viele Anlagen aufgrund maroden Zustands verfallen. Gleichzeitig steht die Bundesregierung in der Kritik, da sie Millionenbeträge für Projekte im Ausland ausgibt – etwa 20 Millionen Euro für Fahrradwege in Peru – während die heimische Infrastruktur leidet.
In NRW kann etwa jedes fünfte Grundschulkind nicht schwimmen. Die Situation verschärft sich durch die Schließung zahlreicher Hallen- und Freibäder, die wegen Sanierungsstaus nicht mehr betriebsbereit sind. Als Notlösung hat das Land fünf Container-Schwimmbecken für 3 Millionen Euro eingerichtet. Die JFW NRW hält dies jedoch für eine unzureichende und nicht nachhaltige Maßnahme.
Die Gruppe argumentiert, dass provisorische Lösungen keine dauerhaften Schwimmstätten ersetzen können. Zudem warnt sie vor den Folgen für die Sicherheit: Ertrinken bleibt ein ernstes Risiko. 2023 ertranken in Deutschland 378 Menschen, darunter 16 Kinder unter 10 Jahren und 29 Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren. Mangelnde Selbsteinschätzung der eigenen Schwimmfähigkeiten und unzureichender Schwimmunterricht tragen zu diesen Tragödien bei.
Die JFW NRW fordert die Bundesregierung nun auf, Investitionen stärker in die heimische Infrastruktur zu lenken. Gleichzeitig soll die Landesregierung in NRW die Sanierung und den Erhalt bestehender Schwimmbäder priorisieren.
Die Debatte um die Schwimmbadkrise in NRW kommt zu einer Zeit, in der viele Bäder vor der dauerhaften Schließung stehen. Ohne bessere Finanzierung könnten die Ertrinkungsgefahr und die Zahl der Nichtschwimmer weiter steigen. Die JFW NRW betont, dass nur langfristige Lösungen – und keine kurzfristigen Notmaßnahmen – die öffentliche Sicherheit nachhaltig sichern können.






