Solinger Kirchenkreis fordert Solidarität mit Israel und kämpft mit Finanzkrise
Lara LangSolinger Kirchenkreis fordert Solidarität mit Israel und kämpft mit Finanzkrise
Superintendentin Dr. Ilka Werner präsentierte ihren Jahresbericht vor der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen. Sie rief zu Solidarität mit Israel auf und betonte die Notwendigkeit von Demut sowie einer klaren Haltung gegen Antisemitismus im Nahostkonflikt.
Werner verurteilte den jüngsten Anstieg antisemitischer Vorfälle als unerträglich angesichts des Nachkriegsversprechens „Nie wieder!“. Sie forderte die evangelischen Gemeinden auf, sich an die Seite Israels zu stellen und Hass in jeder Form abzulehnen.
Auf der Synode wurden zudem finanzielle und strukturelle Herausforderungen thematisiert. Der Haushalt 2024 weist ein erhebliches Defizit auf, verursacht durch sinkende Kirchensteuereinnahmen und steigende Löhne aufgrund von Tarifabschlüssen. Die Diakonie, der soziale Zweig der Kirche, leidet unter massivem Druck durch explodierende Personalkosten und unzureichende staatliche Unterstützung. Werner warnte, dass ohne weitere Entlastungen soziale Dienstleistungen gekürzt werden müssten – trotz des Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Um die Effizienz zu steigern, beschloss die Synode eine neue Satzung für die Diakonische Agentur, die ihr mehr Eigenständigkeit für schnellere Entscheidungen einräumt. Ab 2026 wird der Kirchenkreis haupt- und nebenamtliche Kräfte in den Bereichen Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit direkt beschäftigen. Geplant ist zudem eine engere regionale Zusammenarbeit: Drei Cluster sollen gebildet werden, in denen Pfarrerinnen und Pfarrer im Team größere Gebiete betreuen.
Bis 2030 rechnet der Kirchenkreis nur noch mit zwölf Pfarrstellen – heute sind es 19 –, bei einer finanziellen Ausstattung, die auf zwei Drittel des bisherigen Niveaus sinkt.
Der Kirchenkreis steht damit vor tiefgreifenden Veränderungen in Struktur und Finanzierung. Die neue Satzung soll Entscheidungsprozesse beschleunigen, während Haushaltskürzungen und Personalabbau die anstehenden finanziellen Belastungen widerspiegeln. Werner Appell zur Solidarität mit Israel bleibt eine zentrale Botschaft angesichts dieser Herausforderungen.






