21 March 2026, 08:03

Solinger Politiker lehnen geplante ABC-Kurse zur Sprachförderung ab

Ein Blatt mit dem Text "Die Kinder der verschiedenen Tagesschulen werden mit Tee, Pflaumenbrot und Roastbeef und Pflaumenpudding versorgt."

Solinger Politiker lehnen geplante ABC-Kurse zur Sprachförderung ab

Lokale Politiker in Solingen haben Bedenken gegen die geplante Einführung der sogenannten "ABC-Kurse" des Landes zur frühen Sprachförderung geäußert. Zwar soll das Programm die Sprachkompetenzen von Kindern stärken, doch Kritiker warnen, es könnte bestehende Betreuungsstrukturen in Kitas stören und sich nicht nahtlos in die aktuellen Systeme einfügen. Sowohl CDU als auch Grüne unterstützen zwar das Ziel, sehen aber erhebliche Mängel in der praktischen Umsetzung des Vorhabens.

Im Mittelpunkt der Kritik steht der Vorschlag, Kinder mit besonderem Sprachförderbedarf regelmäßig aus ihrem gewohnten Kita-Umfeld herauszunehmen. Die lokale Politikerin Jessica Schliewe betonte, dass Sprachentwicklung am besten in vertrauten Umgebungen gelinge, in denen bereits stabile Bezugsverhältnisse bestünden. Die Kinder aus diesem Rahmen zu nehmen, so ihre Argumentation, könnte genau die Unterstützungsnetzwerke schwächen, auf die sie angewiesen sind.

Maja Wehrmann teilte diese Sorgen und warnte, dass häufige Wechsel die Lernroutinen der Kinder unterbrechen und das Risiko einer Stigmatisierung bergen könnten. Zudem widerspreche der Ansatz dem Inklusionsgedanken, der darauf abzielt, alle Kinder in einem gemeinsamen Lernumfeld zu fördern.

Simone Lammert wies auf ein grundlegendes strukturelles Problem hin: Die ABC-Kurse könnten ein paralleles Fördersystem schaffen, statt die bestehenden Angebote in den Kitas zu stärken. Dies führe, so Lammert, zu Ineffizienzen und unnötigen Doppelstrukturen.

Vertreter von CDU und Grünen in Solingen fordern stattdessen einen anderen Weg. Statt neuer Modelle plädieren sie dafür, die bestehenden Sprachförderangebote in Kitas durch gezielte Mittel und Ressourcen auszubauen. Zudem verlangen sie klare Vorgaben vom Land, wie sich die ABC-Kurse in die aktuellen Rahmenbedingungen einfügen sollen – die fehlenden Details erschweren derzeit die lokale Planung.

Daten zur Wirkung ähnlicher Sprachförderprogramme in Solingen sind begrenzt. Zwar zeigen breiter angelegte Studien in Nordrhein-Westfalen moderate Fortschritte bei Wortschatz und Kommunikationsfähigkeiten, doch spezifische Auswertungen zum Solinger plusKita-Programm der vergangenen fünf Jahre fehlen. Diese Informationslücke verstärkt die Unsicherheit über den neuen Vorschlag.

Die Debatte offenbart eine Kluft zwischen den landesweiten Ambitionen und den lokalen Gegebenheiten. Die Solinger Politiker drängen auf eine überarbeitete Planung, die Kinder in ihren gewohnten Kita-Gruppen belässt und die Sprachförderung dort gezielt verbessert. Ohne eine klarere Einbindung in bestehende Strukturen und Nachweise über die Wirksamkeit, so ihr Argument, drohe das aktuelle Vorhaben mehr Probleme zu schaffen, als es löst.

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