Streit um Castor-Transport: Atomabfälle erreichen Ahaus unter Protesten und Polizeischutz
Elias LehmannStreit um Castor-Transport: Atomabfälle erreichen Ahaus unter Protesten und Polizeischutz
Ein Transport mit Atomabfällen erreichte in den frühen Morgenstunden des Mittwochs Ahaus. Der Konvoi, der einen Castor-Behälter aus dem Forschungszentrum Jülich beförderte, traf auf Proteste und ein massives Polizeiaufgebot. Oppositionspolitiker kritisierten im Anschluss die Aktion und forderten den Rücktritt der nordrhein-westfälischen Umweltministerin Mona Neubaur.
Die Lieferung verließ Jülich gegen 10 Uhr und legte rund 170 Kilometer bis zum Zwischenlager in der Nähe von Ahaus zurück. Etwa 2.400 Polizeibeamte waren im Einsatz, unterstützt von Strahlenschutzteams, Anti-Drohnen-Einheiten und Spezialkräften. Trotz des Großaufgebots gab es entlang der Strecke keine Zwischenfälle.
Die Ankunft markiert den Beginn einer Reihe von Transporten, bei denen insgesamt 152 Castor-Behälter vom Forschungszentrum Jülich nach Nordrhein-Westfalen verlagert werden sollen. Die Landesregierung plant, bis zu drei Konvois gleichzeitig durchzuführen; weitere Lieferungen stehen in den kommenden Monaten an. Der letzte große Transport nach Ahaus im Jahr 1996 hatte ebenfalls massiven Widerstand ausgelöst.
Atomkraftgegner versammelten sich entlang der Route und äußerten ihren Protest gegen den Transport. Unterdessen kritisierte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft den Zeitpunkt der Aktion als schlecht organisiert.
Das Zwischenlager in Ahaus, etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt, nimmt nun die neu angelieferten Abfälle auf. Die Behörden bestätigten, dass es während des Transports keine Sicherheitsverstöße gab. Weitere Transporte sind im Rahmen des laufenden Umsiedlungsplans vorgesehen.






