11 June 2026, 08:02

Streit um EU-Binnengrenzkontrollen: NRW hält an Maßnahmen trotz EU-Druck fest

NRW-Innenminister Reul verteidigt Grenzkontrollen trotz EU-Kritik

Streit um EU-Binnengrenzkontrollen: NRW hält an Maßnahmen trotz EU-Druck fest

In Nordrhein-Westfalen ist eine Debatte über die inneren EU-Grenzkontrollen entbrannt. Politiker sind uneins, ob die Kontrollen trotz der Aufforderung der EU-Kommission, sie zu beenden, fortgesetzt werden sollen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Steuerung der Migration sowie die Auswirkungen auf Reisen und Infrastruktur.

Der EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hat kürzlich ein Ende der Binnengrenzkontrollen gefordert. Als zentralen Grund nannte er den Rückgang der Asylanträge, der für eine Aufhebung dieser Maßnahmen spreche. Zudem verlagert das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem den Fokus auf die Verstärkung der Kontrollen an den EU-Außengrenzen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul widerspricht dieser Position. Er argumentiert, dass Grenzkontrollen weiterhin unerlässlich seien, um Migration zu steuern und Kriminalität zu bekämpfen. Der CDU-Innenexperte Gregor Golland teilt diese Auffassung und betont, dass das aktuelle System illegale Migration und kriminelle Aktivitäten wirksam reduziert habe.

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Die grüne Sprecherin Julia Höller kritisiert die anhaltenden Kontrollen scharf. Sie verweist auf den Zeitverlust für Reisende und die mangelhafte Infrastruktur der Region als gravierende Nachteile. Höller äußerte zudem Unverständnis über die Kritik der EU-Kommission an den Binnengrenzkontrollen und nannte die Situation „peinlich“.

Während die EU-Kommission im Rahmen des neuen Asylsystems auf eine Abschaffung der inneren Grenzkontrollen drängt, besteht die Landesführung in Nordrhein-Westfalen auf deren Notwendigkeit für Sicherheit und Migrationskontrolle. Der Streit spiegelt die grundsätzlichen Spannungen zwischen EU-weiter Politik und regionalen Belangen wider.

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