Syriens Gesundheitsminister besucht Solingen für medizinische Kooperation mit Deutschland
Lara LangSyriens Gesundheitsminister besucht Solingen für medizinische Kooperation mit Deutschland
Syriens Gesundheitsminister, Musaab Nazzal al-Ali, besuchte am Donnerstagnachmittag das Städtische Klinikum Solingen. Der Besuch markiert einen Schritt zur Stärkung der medizinischen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, insbesondere da Syrien sein durch Jahre des Konflikts schwer beschädigtes Gesundheitssystem wiederaufbauen will.
Al-Ali, der seit März 2025 das syrische Gesundheitsministerium leitet, absolvierte einst selbst eine fünfjährige Facharztausbildung in Neurochirurgie an derselben Klinik. Seine Rückkehr unterstreicht die persönliche und berufliche Verbindung zur deutschen Einrichtung.
Der Minister hat kurzfristige Einsätze für syrische Ärztinnen und Ärzte im Ausland genehmigt, um die medizinische Versorgung im Heimatland zu verbessern. Allein im vergangenen Jahr führten syrische Mediziner, die außerhalb des Landes leben, 10.800 Operationen durch – ein Beleg für ihre entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des Gesundheitssystems.
Aktuell werden zudem Gespräche über ein Austauschprogramm zwischen Syrien und Deutschland geführt, das sich an medizinischen Nachwuchs richtet. Eine solche Kooperation könnte helfen, den akuten Mangel an Fachpersonal und lebenswichtiger Ausrüstung in Syrien zu lindern, wo jahrelanger Krieg Krankenhäuser und Kliniken zerstört hat.
Mit über 6,8 Millionen vertriebenen Syrern – darunter viele hochqualifizierte Fachkräfte – leidet das Land unter einem massiven Brain-Drain. Al-Alis Besuch signalisiert den Versuch, dieser Entwicklung durch internationale Partnerschaften entgegenzuwirken.
Das geplante Austauschprogramm und die zeitlich begrenzten Einsätze von Ärzten im Ausland könnten einige der drängendsten Herausforderungen im syrischen Gesundheitswesen mildern. Bei Erfolg könnten diese Initiativen den Zugang zu medizinischem Know-how und Ressourcen in einem System verbessern, das sich noch immer von den Folgen der weitreichenden Zerstörungen erholt.






