Thyssenkrupp startet Milliardenprojekt für klimaneutralen Stahl in Duisburg
Elias LehmannThyssenkrupp startet Milliardenprojekt für klimaneutralen Stahl in Duisburg
Thyssenkrupp Steel hat ein großes Projekt gestartet, um sein Werk in Duisburg auf die Produktion von grünem Stahl umzustellen. Die Initiative mit dem Namen tkH2Steel zielt darauf ab, Kohle durch sauberere Alternativen wie Erdgas und langfristig grünen Wasserstoff zu ersetzen. Derzeit produziert der Standort jährlich 10 Millionen Tonnen Stahl und zählt damit zu den größten Stahlherstellern Deutschlands.
Die Stahlindustrie ist für etwa acht Prozent der deutschen Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Um diese zu reduzieren, plant Thyssenkrupp, die kohlebasierten Hochöfen schrittweise durch Direktreduktionsanlagen zu ersetzen. Zunächst soll Erdgas als Reduktionsmittel dienen, wodurch der CO₂-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren um etwa 50 Prozent sinkt.
Langfristig strebt das Unternehmen den vollständigen Umstieg auf grünen Wasserstoff an. Dadurch ließen sich pro Tonne grünem Wasserstoff bis zu 28 Tonnen CO₂ einsparen. Allerdings erfordert der Prozess enorme Mengen an Wasserstoff – allein der erste Anlagenkomplex wird täglich 400 Tonnen benötigen.
Bund und Länder fördern das tkH2Steel-Projekt im Rahmen der deutschen Klimaziele. Die vollständige Umstellung auf klimaneutrale Stahlproduktion soll bis spätestens 2045 abgeschlossen sein.
Der Wechsel zu grünem Wasserstoff hängt jedoch von dessen Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit ab. Bis dahin wird Erdgas helfen, die Emissionen kurzfristig zu senken. Das Projekt markiert einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung einer der energieintensivsten Branchen Deutschlands.






