Weidemilch: Warum nicht jedes Siegel artgerechte Haltung garantiert
Elias LehmannWeidemilch: Warum nicht jedes Siegel artgerechte Haltung garantiert
Weidemilch zu kaufen, weckt oft die Erwartung hoher Tierwohlstandards. Doch nicht alle so gekennzeichneten Produkte halten, was sie versprechen. Zwar ist der Begriff selbst nicht rechtlich geschützt, doch bestimmte Siegel garantieren, dass Kühe mehr Freiheit genießen, als die Mindestanforderungen vorsehen.
In Deutschland muss Weidemilch zwar sicherstellen, dass Kühe mindestens 120 Tage im Jahr auf der Weide grasen. Für die übrige Zeit jedoch gelten unterschiedliche Haltungs- und Fütterungsbedingungen. Diese Flexibilität führt dazu, dass sich die Standards zwischen den Marken stark unterscheiden können.
Einige Label gehen über das gesetzliche Minimum hinaus. Pro Weideland, "Für mehr Tierschutz (Premium-Stufe)" und Bio-Siegel verbieten etwa die Anbindung von Kühen vollständig. Gleiches gilt für Produkte mit den Haltungsformen 3, 4 oder 5. Diese Kennzeichnungen stehen für eine durchgängige, artgerechte Haltung ohne Einschränkungen.
Doch nicht jedes Weidemilch-Produkt trägt diese strengeren Garantien. Milch mit allein dem Haltungsform-3-Logo etwa garantiert nicht automatisch Weidegang. Verbraucher, die Wert auf höhere Tierwohlstandards legen, sollten daher auf zusätzliche Zertifizierungen achten.
Mehr Details zu Weidemilch-Labels und ihrer Bedeutung gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/35574. Denn das Weidemilch-Siegel allein sagt noch nichts über einheitliche Haltungsbedingungen aus. Nur spezifische Zertifikate wie Pro Weideland oder die Haltungsformen 4 und 5 garantieren, dass Kühe niemals angebunden werden. Für Käufer, denen Tierschutz besonders wichtig ist, machen diese Zusatzlabel einen deutlichen Unterschied.






