Wie eine kleine Stadt die digitale Wende schafft – Kreuzaus Erfolgsrezept
Ella BeckerWie eine kleine Stadt die digitale Wende schafft – Kreuzaus Erfolgsrezept
Viele deutsche Kommunen kämpfen noch mit dem digitalen Fortschritt
Ein aktueller Bericht zeigt: In der Hälfte aller Gemeinden fehlt eine verantwortliche Person für die Digitalisierung. Doch in Kreuzau, einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen, sind bereits Veränderungen spürbar – seit dort im vergangenen Sommer eine Digitalisierungsbeauftragte ernannt wurde.
Die 18.000-Einwohner-Gemeinde stellte im Sommer 2022 Maike Ochs als Digitalisierungsbeauftragte ein. Sie arbeitet in Teilzeit, vier Tage die Woche, über einen externen IT-Dienstleister. Als sie begann, verfügte die Verwaltung zwar über ein Dokumentenmanagementsystem, doch nicht alle Ämter nutzten es korrekt.
Heute sind viele Unterlagen – von Wohngeldanträgen bis zu Personalakten – vollständig digitalisiert. Ein neues Online-System ermöglicht Bürgern die unkomplizierte Buchung von Sporthallen und Versammlungsräumen. Selbst die Flüchtlingsverwaltung wurde optimiert: Spezialsoftware hat alte Excel-Tabellen abgelöst. In diesem Jahr führte die Stadt zudem ein digitales Meldetool ein, mit dem Anwohner Probleme wie Schlaglöcher oder defekte Straßenlaternen online melden können.
Ochs arbeitete nicht allein. Sie baute ein Team aus 16 Digital-Lotsen auf – je einer pro Fachbereich. Diese fungieren als Vermittler und sorgen dafür, dass Mitarbeiter neue digitale Dienstleistungen verstehen und mitgestalten, bevor sie eingeführt werden. Ihre Rolle erleichtert den Übergang, während immer mehr Prozesse online abgewickelt werden.
Kreuzaus Vorgehen zeigt, wie gezielte Maßnahmen die digitale Transformation vorantreiben können. Online-Buchungen, effizientere Flüchtlingsverwaltung und digitale Meldestellen sind heute selbstverständlich. Mit einer festen Ansprechpartnerin und Fachbereichs-Lotsen hat die Kommune mehr erreicht als viele andere, die solche Positionen noch nicht besetzt haben.






