Zoll deckt massenhafte Steuertricks mit manipulierten Lkw-Tanks auf
Zollbeamte in Aachen haben ein wachsendes Problem mit manipulierten Kraftstofftanks in Kühl-Lkw aufgedeckt. Transportunternehmen lassen Fahrzeuge umrüsten, um Energiesteuern und Einfuhr-Mehrwertsteuer bei Grenzübertritten zu umgehen. Die Praxis führt zu erheblichen Steuerausfällen in ganz Deutschland.
Bei Kontrollen im vergangenen Jahr wurde weitverbreitete Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Kraftstofftanks festgestellt. Viele Lkw waren mit deutlich größeren Tanks ausgestattet worden – statt der ursprünglichen 235 bis 245 Liter fassten sie nun 550 bis 800 Liter. Dadurch konnten Unternehmen in Ländern mit günstigeren Spritpreisen volltanken und Nachbetankungen in Deutschland oder anderen EU-Staaten vermeiden.
Standard-Kraftstofftanks sind bei Grenzübertritten von Abgaben befreit. Die manipulierten Tanks lösen jedoch bei Entdeckung sofortige Steuer- und Mehrwertsteuernachzahlungen aus. Die Behörden reagieren mit Säumniszuschlägen auf die nachgeforderten Steuern, um den finanziellen Vorteil der Masche zunichtezumachen.
Die verschärften Maßnahmen haben bereits sechsstellige Beträge an ausstehenden Energiesteuern bundesweit eingezogen. Zollbeamte kontrollieren weiterhin gezielt Lkw, insbesondere Kühlfahrzeuge, die von der Praxis am stärksten betroffen zu sein scheinen.
Die umgerüsteten Tanks ermöglichen es Speditionen, Preisunterschiede bei Kraftstoffen zwischen den Ländern auszunutzen. Der Zoll setzt nun auf strengere Kontrollen und härtere Strafen, um die entgangenen Einnahmen zurückzuholen. Unternehmen, die mit nicht konformen Tanks erwischt werden, müssen neben Steuernachzahlungen auch zusätzliche Säumniszuschläge leisten.






