Zuckerrüben in Deutschland: Krankheiten und Importe bedrohen die Ernte
Ella BeckerZuckerrüben in Deutschland: Krankheiten und Importe bedrohen die Ernte
Deutschlands Zuckerrübenbranche gerät zunehmend unter Druck
Zwischen 2023 und 2026 verschärft sich die Lage. Krankheiten und Schädlinge setzen den Anbau zusätzlich zu. SBR (Stolbur) und die Cercospora-Blattfleckenkrankheit können bei starkem Befall die Zuckererträge um 40 bis 50 Prozent mindern. Resistente Unkräuter wie Hühnerhirse erschweren die Produktion weiter. Um diese Probleme zu bekämpfen, setzen Landwirte auf neue Lösungen.
Marius Feldmann, Betriebsleiter bei der Metternich-Ratibor-Corvey KG, testete auf 44 Hektar Rinpode, ein neuartiges Herbizid. Mit nur zwei Gramm pro Hektar im zweiten Nachauflaufverfahren angewendet, erwies es sich als einfach in der Handhabung und gut kombinierbar mit anderen Behandlungen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass es durch bessere Unkrautbekämpfung den Zuckerertrag um eine zusätzliche Tonne pro Hektar steigern könnte.
Unterdessen hat Südzucker den Biostimulator Kinsidro Grow für 2025 als verpflichtenden Bestandteil seines SBR/Stolbur-Bekämpfungsprogramms festgelegt. Das Mittel wird in ausgewählten Regionen im zweiten und dritten Nachauflauf ausgebracht. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide halfen zwar, Ausbrüche einzudämmen – doch die Erzeuger bevorzugen langfristige, offiziell zugelassene Lösungen.
Neben den agrarischen Herausforderungen verschärft zollfreier Zuckerimport aus den Mercosur-Staaten den Wettbewerb. Viele Landwirte wie Feldmann halten trotz der Schwierigkeiten an der Zuckerrübe fest, doch die schrumpfenden Anbauflächen spiegeln die Krise der Branche wider.
Die Zukunft des deutschen Zuckerrübenanbaus hängt davon ab, wie gut sich die Betriebe an neue Bedrohungen und Marktbedingungen anpassen. Innovationen im Pflanzenschutz, etwa Rinpode oder Kinsidro Grow , bringen zwar Entlastung. Ohne stabile Preise und zuverlässige Krankheitskontrolle drohen jedoch weitere Rückgänge in der Produktion.






