Autobranche fordert mehr Gewicht für Supply-Chain-Management in Führungsetagen
Leon FischerAutobranche fordert mehr Gewicht für Supply-Chain-Management in Führungsetagen
Die Automobilindustrie setzt sich für eine stärkere Anerkennung des Supply-Chain-Managements auf höchster Ebene ein. Führungskräfte großer Automobilhersteller und Logistikunternehmen fordern eine bessere Abstimmung und strategische Ausrichtung in der Branche. Digitale Investitionen und neue Technologien verändern zudem grundlegend, wie Unternehmen Logistik und Produktion angehen.
Michael Schuetrumpf, Leiter der Vertragslogistik bei DP World Europe, betrachtet Lieferketten und Logistik als den komplexesten und faszinierendsten Bereich der Unternehmensführung. Jean-Christophe Deville, bei Toyota Motor Europe verantwortlich für Produktion und Fahrzeuglogistik, betont die Bedeutung langfristiger strategischer Planung, um die Entscheidungsfindung in der Lieferkette zu verbessern.
Martin Corner, bei Aston Martin zuständig für Supply Chain und Logistik, plädiert dafür, dass die Lieferkette innerhalb der nächsten fünf Jahre als eigenständige Funktion in der Unternehmensführung verankert werden sollte. Branchenführer sind sich einig, dass Automobilhersteller und Zulieferer der ersten Stufe eine engere Zusammenarbeit benötigen, um die Effizienz zu steigern. Häufigere Treffen zwischen Logistikverantwortlichen und der obersten Führungsebene finden mittlerweile statt, um mögliche Störungen frühzeitig zu erkennen.
Digitale Fortschritte haben Unternehmen wie Renault und Bosch bereits Vorteile gebracht. Der Sektor erkundet nun den Einsatz digitaler Cloud-Lösungen für die Logistik fertiger Fahrzeuge. Zudem wächst der Druck, die Batterieproduktion in Europa zu beschleunigen, um die Ziele für saubere Energie zu unterstützen – Audi treibt hier eine ehrgeizige Strategie für eine nachhaltigere Zukunft voran.
Die Forderung nach einer Vertretung des Supply-Chain-Managements in der Unternehmensführung gewinnt weiter an Fahrt. Strategische Investitionen in digitale Werkzeuge und eine bessere Koordination zwischen den Branchenakteuren sollen langfristige Verbesserungen vorantreiben. Diese Veränderungen zielen darauf ab, die Widerstandsfähigkeit und Effizienz in der Automobil-Logistik und -Produktion zu stärken.
