Deutschlands koloniale Vergangenheit wird in neuen Ausstellungen aufgearbeitet
Elias LehmannDeutschlands koloniale Vergangenheit wird in neuen Ausstellungen aufgearbeitet
Ausstellungen und Veranstaltungen in ganz Deutschland befassen sich mit der kolonialen Vergangenheit des Landes und ihren bis heute spürbaren Folgen. In Münster eröffnet noch in diesem Monat eine Sonderausstellung zum Kolonialismus, während andere Städte thematisch verwandte Präsentationen und Diskussionsformate anbieten. Die Programme zielen darauf ab, historische Verstrickungen und aktuelle Nachwirkungen der deutschen Kolonialherrschaft zu beleuchten.
Parallel dazu wird im Stadmuseum Münster ab dieser Woche ein historisches Foto aus einem Flugwettbewerb der 1920er-Jahre gezeigt. Am 10. Oktober präsentiert das Museum eine Aufnahme vom ersten Jugendwettbewerb der nordrhein-westfälischen Landesgruppe des Deutschen Aero Clubs – ein kleines, aber bemerkenswertes neues Exponat in der Sammlung.
Zwei Tage später rückt die Kolonialgeschichte in den Fokus: Die Sonderausstellung "Themenraum Kolonialismus" läuft vom 23. August 2025 bis zum 15. Februar 2026 und zeichnet die deutsche Kolonialherrschaft sowie ihre anhaltenden Auswirkungen nach. Eine öffentliche Führung durch die Schau findet am 11. Oktober um 16 Uhr statt (Kosten: fünf Euro, ermäßigt drei Euro).
Studientage zum Thema deutscher Kolonialismus veranstaltet das Museum bereits am 8. und 9. Oktober, jeweils von 10 bis 14 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, doch Studierende der Universität Münster stehen Besuchern für Fragen zur Verfügung. Die Veranstaltungen behandeln sowohl historische Zusammenhänge als auch moderne Folgen der Kolonialzeit. Weitere Studientage sind für Dezember 2025 und Februar 2026 geplant.
Ein angrenzender Arbeitsraum lädt zu Gruppendiskussionen und kreativen Projekten ein – hier ist jedoch eine vorherige Buchung nötig. Der Raum ermöglicht es den Besuchern, sich intensiver mit den ausgestellten Themen auseinanderzusetzen.
Münster ist nicht die einzige Stadt, die sich mit diesem Erbe beschäftigt: Im MARCHIVUM Mannheim zeigt die Ausstellung "Verstrickt. Kolonialismus und Mannheim" lokale Bezüge zur Kolonialgeschichte auf. Das Ethnologische Museum Berlin präsentiert "Geschichte(n) Tansanias" und reflektiert über koloniale Unterdrückung und ihre Folgen. Die Stadthalle Lippstadt widmet sich mit "Die Ferne so nah" kolonialen Spuren, während das Rautenstrauch-Joest-Museum Köln Programme zu antikolonialen Perspektiven und Objekten mit kolonialem Hintergrund anbietet. Im NS-Dokumentationszentrum München wird am 21. März 2026 die Ausstellung "Der koloniale Blick" eröffnet, die Verbindungen zwischen Kolonialismus und NS-Zeit untersucht.
Abseits dieser Schwerpunkte endet am 12. Oktober die Ausstellung "Pan Walther (1921–1987) – Sara-la-Kâli. Die Pilgerfahrt in Saintes-Maries-de-la-Mer", die einen separaten kulturellen Akzent setzt.
Die Ausstellungen und Studientage bieten eine strukturierte Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe Deutschlands. Besucher können an Führungen teilnehmen, sich an Diskussionen beteiligen oder in mehreren Städten verwandte Materialien erkunden. Die Programme laufen bis Anfang 2026, wobei für bestimmte Aktivitäten eine Anmeldung erforderlich ist.






