05 April 2026, 10:04

Europas größte Batterie-Recyclinganlage entsteht 2027 in Dormagen mit EU-Förderung

Vier grüne Li-Ion-Wiederaufladbare Batterien mit der Bezeichnung "Li-Ion" und "18650" nebeneinander auf einer weißen Oberfläche.

Europas größte Batterie-Recyclinganlage entsteht 2027 in Dormagen mit EU-Förderung

Bis 2027 soll in Dormagen eine neue Recyclinganlage für Lithium-Ionen-Batterien in Betrieb gehen. Mit einer Förderung von 26,1 Millionen Euro aus EU-Mitteln wird die Anlage zu einer der größten Europas und kann bis zu 60.000 Tonnen gebrauchter Batterien pro Jahr verarbeiten. Das Projekt zielt darauf ab, die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen zu verringern und gleichzeitig die Emissionen aus dem Bergbau deutlich zu reduzieren.

Die Anlage, die im CHEMPARK Dormagen angesiedelt ist, wird das OLiC-Verfahren des Unternehmens cylib nutzen, um mehr als 90 % der wertvollen Materialien aus alten Batterien zurückzugewinnen. Dazu gehören Lithium, Graphit, Kobalt, Nickel und Mangan – Schlüsselmaterialien für die Herstellung neuer Batterien für Elektrofahrzeuge (E-Autos). Im Vergleich zum herkömmlichen Bergbau verursacht diese Methode 80 % weniger CO₂-Emissionen.

Mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen sogenannter "Black Mass" pro Jahr wird die Anlage etwa 140.000 E-Auto-Batterien jährlich recyceln können. Die Finanzierung stammt aus dem EFRE/JTF-Programm der EU sowie der Initiative "Produktiv.NRW" des Landes Nordrhein-Westfalen und unterstützt die erste Ausbauphase des Werks.

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Der europäische Boom der E-Mobilität hat die Nachfrage nach Batterierohstoffen stark steigen lassen – bereits jedes vierte neu verkaufte Auto weltweit ist ein Elektrofahrzeug. Bis 2026 sollen in Europa mindestens fünf bis sieben weitere großindustrielle Recyclinganlagen entstehen, darunter Projekte von Redux in Deutschland, Northvolt in Schweden und Umicore in Belgien.

Dr. Lilian Schwich, Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin von cylib, dankte der EU und den regionalen Behörden für ihre Unterstützung bei der Umsetzung des Vorhabens.

Die Anlage in Dormagen wird die Versorgung Europas mit Batterierohstoffen sichern und gleichzeitig die Umweltbelastung verringern. Der Start ist für 2027 geplant; dann sollen ausgediente Batterien im industriellen Maßstab recycelt werden. Das Projekt ist Teil der größeren Bestrebungen, die Rohstoffversorgung für den wachsenden E-Auto-Markt langfristig abzusichern.

Quelle