Evangelische Kirche diskutiert radikale Reformen gegen Mitgliederschwund und starre Abendmahlsregeln
Elias LehmannEvangelische Kirche diskutiert radikale Reformen gegen Mitgliederschwund und starre Abendmahlsregeln
Vertreter aus 37 Kirchenkreisen in vier deutschen Bundesländern trafen sich diese Woche in Düsseldorf. Im Mittelpunkt stand die Zukunftsgestaltung der Evangelischen Kirche, wobei 198 stimmberechtigte Mitglieder über zentrale Veränderungen im kirchlichen Leben diskutierten. Themen waren unter anderem die Regeln für die Abendmahlsfeier, die Gestaltung von Gottesdiensten sowie der Umgang mit dem schneller als erwartet voranschreitenden Mitgliederschwund.
Die regionale Synode vereinte Superintendenten, Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Presbyter, darunter Delegierte aus Solingen wie Ilka Werner, Rainald Rasemann, Michaela Röhr und Claudia Mix. Auch die Kirchenvertreter Hartmut Rahn und Lukas Schrumpf, beide stimmberechtigte Mitglieder des 15-köpfigen Leitungsgremiums, nahmen teil. Die Veranstaltung umfasste einen Forums-Tag für offene Diskussionen sowie einen Workshop-Tag, um die Zusammenarbeit der Teilnehmer zu vertiefen.
Ein zentraler Streitpunkt war die geplante Überarbeitung der Ordnung über das Leben der Kirchengemeinden. Viele Gemeinden erlauben bereits allen Getauften – einschließlich Kindern – die Teilnahme am Abendmahl, obwohl die aktuellen Regeln weiterhin die Konfirmation voraussetzen. Die Kirchenführung möchte diese Hürden nun abbauen und mehr Flexibilität im Gemeindeleben fördern.
Auf der Synode wurde zudem die Personalplanung auf Basis einer aktuellen Mitgliederstudie erörtert. Da die Kirche schneller schrumpft als prognostiziert, könnten Anpassungen bei den Pfarrstellen früher als erwartet notwendig werden. Die beschlossenen Maßnahmen könnten bereits in Kürze Auswirkungen auf örtliche Gemeinden und Kirchenkreise in der Region haben.
Die Diskussionen in Düsseldorf zeigten einen klaren Trend zu mehr Experimentierfreude und weniger Einschränkungen in der kirchlichen Praxis. Alle vereinbarten Änderungen – von den Abendmahlsregelungen bis hin zum Personalbedarf – werden für alle Gemeinden verbindlich sein. Die Folgen dieser Entscheidungen werden voraussichtlich in den kommenden Monaten in den Pfarrgemeinden spürbar sein.






