Goldene Trump-Statue löst Debatte über Präsidialbibliothek aus
Eine goldene Statue des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hat für Diskussionen gesorgt, nachdem sie als Teil seiner geplanten Präsidialbibliothek enthüllt wurde. Die lebensgroße Figur, die in einem Video von seinem Sohn Eric gezeigt wurde, steht neben anderen ungewöhnlichen Attraktionen, die für den Standort in Miami vorgesehen sind.
Kritiker ziehen schnell Vergleiche zu goldenen Denkmälern autoritärer Führer, während Anhänger darin eine mutige Hommage an Trumps Vermächtnis sehen. Eric Trump teilte Aufnahmen der goldenen Statue in den sozialen Medien und zeigte sie im Inneren der künftigen Präsidialbibliothek. Die Einrichtung wird auch eine Boeing 747-8 beherbergen, ein Geschenk aus Katar, sowie weitere Ausstellungsstücke.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom gehörte zu den ersten, die reagierten, und verglich die Statue mit denen von Mao Zedong, Kim Il-Sung und dem verstorbenen Diktator Turkmenistans, Saparmurat Niyazov. Diese Herrscher waren für ihre Personenkulte bekannt, die oft durch prunkvolle, goldene Denkmäler unterstrichen wurden.
Goldene Statuen lebender Weltführer sind außerhalb autoritärer Regime so gut wie unbekannt. Berühmte Beispiele zeigen meist religiöse, mythische oder historische Figuren, wie etwa in der Kaiserlichen Schatzkammer in Wien. In den USA ist goldene Symbolik in der Regel metaphorisch und nicht wörtlich gemeint.
Die Ankündigung folgt auf jüngste Proteste und Aufräumaktionen im Zusammenhang mit Trumps politischem Erbe. Gegner argumentieren, dass die Prunkentfaltung der Statue im Widerspruch zur aktuellen nationalen Stimmung stehe. Unterdessen haben Guerilla-Künstler Trumps Projekte bereits in der Vergangenheit auf die Schippe genommen, darunter eine goldfarbene Toilette, die 2020 auf dem National Mall aufgestellt wurde – eine Anspielung auf seine Pläne, das Lincoln-Badezimmer zu renovieren.
Trump hat die Hingabe seiner Anhänger stets betont und behauptet, sie würden ihn "unter allen Umständen" unterstützen. Die Statue passt zu seinem Selbstbild als schillernde Persönlichkeit.
Die goldene Trump-Statue reiht sich nun in die kurze Liste umstrittene Führer-Denkmäler ein. Ihre Platzierung in einer Präsidialbibliothek – zusammen mit einem Jumbo-Jet und anderen opulenten Ausstellungen – hebt sie von traditionellen US-Gedenkstätten ab.
Die Reaktionen zeigen, wie tief die Gesellschaft in der Frage gespalten ist, wie Trumps Präsidentschaft in Erinnerung bleiben soll. Die Debatte wird voraussichtlich anhalten, während die Pläne für die Bibliothek voranschreiten.






