20 March 2026, 16:03

Junge Deutsche verlieren das Vertrauen in die Demokratie – warum die Zahlen alarmieren

Plakat mit einem Zitat aus Building a Better America, das besagt, dass soziale Medien-Plattformen für das Experimentieren an Kindern zum Profit zur Rechenschaft gezogen werden sollten, dekoriert mit Sternen.

Junge Deutsche verlieren das Vertrauen in die Demokratie – warum die Zahlen alarmieren

Neue Studie zeigt wachsende Unzufriedenheit junger Menschen mit der Demokratie in Deutschland

Nur noch 47 Prozent der jungen Deutschen geben an, mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden zu sein – ein drastischer Rückgang gegenüber 77 Prozent vor gerade einmal zwei Jahren. Expert:innen warnen, dass Online-Extremismus und Fehlinformationen die politischen Einstellungen vor allem in jüngeren Altersgruppen prägen.

Die Studie unterscheidet drei Gruppen in der Bevölkerung: 44 Prozent sind überzeugte "Demokrat:innen", 42 Prozent "labile Demokrat:innen" und 8 Prozent "Demokratiegegner:innen". In Nordrhein-Westfalen ist der Anteil der labilen Demokrat:innen seit der Erhebung 2021 unverändert geblieben. Doch undemokratische Ansichten verbreiten sich: Fast die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Partei", die den Willen des Volkes vertrete.

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Besonders stark ist der Rückhalt für die Demokratie bei unter 45-Jährigen gesunken, vor allem in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen. Die Untersuchung zeigt zudem einen klaren Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit und politischer Haltung: Menschen, die mit ihrem Leben zufrieden sind, unterstützen demokratische Werte tendenziell stärker.

Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte Besorgnis über die Konfrontation junger Menschen mit Extremismus, Frauenfeindlichkeit und Gewalt im Netz. Kinder und Jugendliche werden in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities radikalisiert, wo emotionale Manipulation schnell wirkt. Die klassische politische Bildung in Schulen kommt gegen diese digitalen Bedrohungen kaum an.

Forschende betonen den dringenden Bedarf an besserer demokratischer Bildung, um Widerstandsfähigkeit gegen Online-Manipulation zu stärken und die Unterstützung für demokratische Prinzipien zu festigen.

Die Ergebnisse zeigen einen besorgniserregenden Trend: ein schwindendes Vertrauen in die Demokratie, besonders bei jüngeren Generationen. Schulen und Politik stehen nun vor der Herausforderung, die politische Bildung zu modernisieren, um der digitalen Radikalisierung entgegenzuwirken. Ohne Gegenmaßnahmen, so die Studie, könnten undemokratische Haltungen weiter zunehmen.

Quelle