Kerstinghaus in Solingen: Vom Verfall zur möglichen kulturellen Wiedergeburt
Lara LangKerstinghaus in Solingen: Vom Verfall zur möglichen kulturellen Wiedergeburt
Solingen plant einen Neuanfang für das Kerstinghaus, ein historisches Gebäude im Herzen der Stadt. Einst ein lebendiger kultureller Mittelpunkt, steht es heute nach Jahren des Niedergangs größtenteils ungenutzt da. Ein neuer Vorschlag soll dem Bau nun zu einer nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Zukunft verhelfen.
Die Innenstadt-Taskforce und die Solinger Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) treiben das Vorhaben voran. Ihr Ziel ist ein Konzept, das den Bedürfnissen der Stadt entspricht und breite politische Unterstützung findet. Bevor jedoch konkrete Änderungen umgesetzt werden, müssen lokale Politiker die Pläne prüfen und genehmigen.
Das Kerstinghaus war einst ein belebter Veranstaltungsort für Events, Ausstellungen und Gemeinschaftsaktivitäten. Anfang der 2010er-Jahre fanden dort noch bis zu 50 Veranstaltungen pro Jahr statt. Doch zwischen 2011 und 2021 ging die Nutzung aufgrund von Bauschäden und Kürzungen der Fördermittel stark zurück. 2020 stand das Gebäude schließlich fast leer.
Währenddessen florierten andere historische Stätten in Solingen wie das Alte Rathaus und die Burg an der Wupper. Durch Sanierungen und Tourismusprogramme stiegen dort die Besucherzahlen im gleichen Zeitraum um 20 bis 30 Prozent. Das Kerstinghaus hingegen blieb im Abwärtsstrudel gefangen.
Heute wird das Gebäude nur noch intern von der Stadtverwaltung genutzt. Als öffentliche Dienststelle für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) dient es nicht mehr, auch wenn Beamte die Gegend weiterhin regelmäßig in Uniform und in Zivil streifen. Die zentrale Lage hat das Interesse an einer neuen Perspektive für das Kerstinghaus jedoch wiederbelebt.
Aktuell wird Bürgerfeedback gesammelt, um die nächsten Schritte zu gestalten. Das Ziel ist klar: Das Kerstinghaus soll zu einem Ort werden, der der Innenstadt neuen Schwung verleiht. Doch endgültige Entscheidungen stehen noch aus – alles hängt von der politischen Zustimmung ab.
Steht grünes Licht für die Pläne, könnte das Kerstinghaus bald eine Renaissance erleben. Die letzte Entscheidung liegt bei den lokalen Verantwortlichen, die Bürgerbeteiligung und langfristige Vorteile abwägen müssen. Bei einer Genehmigung könnte das Gebäude erneut eine zentrale Rolle im kulturellen und sozialen Leben Solingens einnehmen.






