29 June 2026, 20:06

Klassik im Umbruch: MDR-Streit, Philharmonie-Sanierung und Personalwechsel sorgen für Aufruhr

Zu viel Hysterie!

Klassik im Umbruch: MDR-Streit, Philharmonie-Sanierung und Personalwechsel sorgen für Aufruhr

Tiefgreifende Veränderungen prägen die deutsche Klassikszene

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) stellt seinen Klassik-Rundfunksender auf DAB+ ein – während in Berlin hitzig über die Sanierung der Philharmonie und Personalwechsel an führenden Institutionen diskutiert wird. Die Entscheidungen sorgen für Kontroversen und lösen Gegenvorschläge aus der Branche aus.

Statt des eingestellten Programms wird der MDR künftig BR-Klassik übernehmen. Annette Josef, Musikdirektorin des Senders, präsentiert die Abschaltung als positiven Schritt, doch die Entscheidung stößt bei Hörern und Kollegen auf Kritik.

In der Hauptstadt bleibt die Suche nach einem Interimsstandort für die Philharmonie während der für 2032 geplanten Sanierung umstritten. Als Favoriten gelten das Internationale Congress Centrum (ICC) und der ehemalige Flughafen Tempelhof. Letzterer erhielt in einer Umfrage des Portals BackstageClassical mit 66 Prozent der Stimmen deutliche Unterstützung. Auch die Redaktion des VAN Magazins spricht sich für Tempelhof aus – obwohl die geschätzten Kosten über eine Milliarde Euro liegen. Philharmonie-Direktorin Andrea Zietzschmann äußerte hingegen Zweifel an der Eignung des ICC. Kurz darauf gab sie bekannt, ihren Vertrag nicht über 2028 hinaus zu verlängern.

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Unterdessen sorgt das Leipziger Bach-Fest für Gesprächsstoff: Nach kontrovers diskutiertem Verhalten von John Eliot Gardiner bot Karin Bergmann, die Nachfolgerin von Markus Hinterhäuser, an, für seine geplanten Konzerte einzuspringen – erhielt jedoch keine Antwort. Große Anerkennung erfährt dagegen Tobias Kratzers Ring-Zyklus in München, insbesondere seine Inszenierung der Walküre.

Weitere Entwicklungen: Matthias Goerne sagte seine Auftritte in Israel wegen Reisebeschränkungen ab. Oliver Wille, Leiter der Hitzacker Sommer-Musiktage, fordert einen ernsthafteren Umgang mit Musik. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda unterstützte unterdessen Michel Friedmans Positionen zur deutschen Kulturidentität. Zudem sind die Sanierungskosten des Salzburger Festspielhauses auf 635 Millionen Euro gestiegen – 116 Millionen mehr als ursprünglich veranschlagt.

Die Klassikbranche steht vor einem Umbruch. MDRs Radio-Reformen, Berlins Standortdebatten und Personalrochaden an großen Häusern verändern die Landschaft. Kosten, öffentliche Meinung und künstlerische Weichenstellungen bestimmen die Zukunft des Sektors.

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