Merkels überraschendes Porträt: Warum sie einen unbekannten Künstler wählte
Lara LangMerkels überraschendes Porträt: Warum sie einen unbekannten Künstler wählte
Angela Merkel hat einen weitgehend unbekannten Künstler für ihr offizielles Porträt ausgewählt. Das Gemälde, ein abstraktes Werk von Jéremie Queyras, wird am Dienstag enthüllt. Es stellt einen bemerkenswerten Bruch mit traditionellen Erwartungen dar – die Porträtierte ist dem Betrachter abgewandt.
Queyras war erst 24 Jahre alt und praktisch unbekannt, als Merkel ihn mit dem Auftrag betraute. Trotz fehlendem Ruhm greift sein Werk auf den klassischen Modernismus zurück und erkundet das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Zudem verfügt er über ein tiefes Verständnis für Porträtmalerei, geprägt von den Alten Meistern.
Das Porträt bricht in mehrfacher Hinsicht mit Konventionen. Es zeigt weder eine junge Frau noch eine Ostdeutsche oder einen gefeierten Künstler – Aspekte, die manche als bewusste Entscheidung deuten. Merkels Entschluss, gemeinsam mit Queyras auf dem aktuellen Titelblatt der Zeit zu erscheinen, hat zusätzliche Aufmerksamkeit erregt. Ein erster Eindruck des Kunstwerks lässt sich auf seinem Instagram-Account gewinnen; bald wird es in der Bundeskanzlei ausgestellt.
Die Wahl Queyras’ wird als Statement Merkels interpretiert – ein Zeichen des Respekts vor älteren Frauen und sich wandelnden Wahrnehmungen von Geschlecht und Alter. Der abstrakte Stil und das unkonventionelle Sujet des Porträts spiegeln ihren Willen wider, Normen infrage zu stellen. Die offizielle Enthüllung des Gemäldes erfolgt am Dienstag.
