MIT Solingen warnt vor Bürgergeld: "Arbeitsfeindlich und ungerecht"
Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) in Solingen hat sich scharf gegen die geplante Einführung des Bürgergelds durch die Bundesregierung ausgesprochen. Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, kritisierte das neue System als potenziell arbeitsfeindlich und belohnend für Untätigkeit. Sie warnte vor schweren wirtschaftlichen und sozialen Folgen, falls die Reform wie vorgesehen umgesetzt werde.
Steingrüber betonte, dass das bestehende Hartz-IV-System massenhafte Arbeitslosigkeit in Deutschland erfolgreich reduziert habe. Sie äußerte die Sorge, dass das Bürgergeld reguläre Beschäftigung – insbesondere für Geringverdiener – unattraktiver machen könnte.
Die MIT stellt zudem die neuen Regelungen zu geschontem Vermögen infrage. Demnach könnten Haushalte mit erheblichen Ersparnissen zwei Jahre lang volle Leistungen erhalten, ohne Mitwirkungsbereitschaft zeigen zu müssen. Die Organisation sieht darin eine Untergrabung der Systemgerechtigkeit.
Darüber hinaus lehnt die MIT den Vorschlag ab, die Pflicht zur Weiterbildung für Leistungsbezieher abzuschaffen. Stattdessen fordert sie, Sanktionen bei mangelnder Arbeitsbereitschaft beizubehalten, anstatt sie für neun Monate auszusetzen. Steingrüber argumentierte, solche Regelungen schürten die öffentliche Frustration über die Politik.
Die Haltung der MIT spiegelt breitere Bedenken wider, dass das Bürgergeld Arbeitsanreize schwächen und das Vertrauen in den Sozialstaat untergraben könnte. Die Vereinigung fürchtet, die Reformen könnten den Eindruck erwecken, dass Erwerbstätige benachteiligt werden. Steingrüber bezeichnete die Politik der Ampelkoalition als zunehmend irrational und potenziell schädlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
